Schuhschrank

schuhschrankKaum ein Boden ist eben, kaum eine Decke gerade. Im schönen kleinen Heim. Die Besuchergalerie hängt im Wasser. Die Besucher gucken trotzdem schräg, weil niemand eine schiefe Decke vermutet. Gucken einander an, die Besucher. Zwei starren ins Leere, tatsächlich irgendwie. Frau Werkstattmeisterin blickt herab. In der Galerie. Jeder Besucher ist dort schon ausgestellt. In der Galerie. Im Spiegel. Für den fehlt der Platz in der Garderobe. Bald steht dort immerhin ein Schuhschrank. Endlich nicht mehr aus dem Möbelhaus mit dem Elch, Studienzeiten sind endlich Vergangenheit. In Aachen kaufte ich die ersten Regale, sie füllten in München das Wohnzimmer. Heute steht darauf der Butterkutter. Oder es liegt der Plan darauf. Des Butterkutters. Bin stolzer Besitzer der ersten Kopie, leider nicht handsigniert. Noch hängt er nicht, der Plan, über Riemenböden unter schrägen Decken.

Hätte gern eine Bibliothek. Vom Schuhschrankverkäufer. Er bot Regale aus Deutschland an, auf Schweizerdeutsch freilich, dem Hochdeutsch sprechenden Kunden. Das Regal ist 218,5, 234,5, 247,3 oder 276,0 Zentimeter hoch. Guter Witz. Trottel. Wie wäre es mit 196 bis 202 Zentimeter? Das ist der Höhenunterschied auf anderthalb Metern. Auf schönen Riemenböden, unter der Decke aus der frühen Neuzeit. Passt nicht in deutsche Schemata. Schweizerische auch nicht, befürchte ich.

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Ein Gedanke zu „Schuhschrank

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