Zitat (10)

Du siehst nur einen Pastis. Ich hingegen, der ich in das hineinschauen muß, was ich male, sehe die Pflanze, aus der er gemacht ist, die Stürme, denen die Pflanze getrotzt hat, die Hand, die die Aniskörner geerntet hat, deren Reise bis hierher, rieche den Duft des Anises und sehe die Farbe, ehe er dem Alkohol zugefügt wurde.

Schreibt Paulo Coelho in „Elf Minuten“. Bis dahin fast mechanisch hart dokumentierend, obwohl es in Brasilien so gruselig nun auch nicht war. In Genf schon, kein Grund um jubilierend zu erzählen. Dann malt der Maler das erste Wortgemälde, einer bestürmten Pflanze, sonderbaren. Exotischen auch. Steht stolz im prasselnden Regen, biegt – nicht wiegt – sich im Wind. In der Ferne durchschneidet das Feuer des Leuchtturms den Regen an Fäden. Ein Tropfen perlt auf dem Anisblatt, schimmert in lustigsten Farben, bald orange, blau, grün. Als die Sonne die warmen Hände ausstreckt am Morgen nach dem Sturm.

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