Ølvæksel (2)

Gibt schon auch Gelegenheiten, bei denen der Restaurator besser dabei ist. Freilich nicht so sehr wegen des Restaurierungsbedarfs, Restaurationsbedarfs ja vielmehr. Der Ølvæksel ist so eine Gelegenheit. Die Gelegenheit ist aber auch gut, den Butterkutterman ebenfalls im Boot zu haben. Eher nicht wegen der Butter, dem Kutter, Boot selbstredend auch nicht, aber ja wegen des Ølvæksel. Ölwechsels in dem Fall, in der Scheune. Bei der Ente, von siebenundfünfzig. Dringend, freilich, in einer halben Stunde. Anderenfalls hätte der zweite Ølvæksel des Tages ja noch bei Tageslicht geschehen können. Unnötig freilich. Die Ente allerdings auch, denn es ist ja auch ganz gut, den Taxifahrer dabei zu haben. Gute Gelegenheit, quasi, für den Ølvæksel mit dem Taxi. Nicht am, freilich. Denn das befördert ja fünf Menschen, Mexikanerinnen auch. Für sie ist der Ølvæksel freilich auch eine gute Gelegenheit, dänische Hot Dogs zu probieren. Auch.
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Wollsocken

Psychologen sagen, Menschen verschenkten Geschenkgutscheine, weil es immer schwieriger sei, persönliche Geschenke zu machen. Etwa Wollsocken. Grund sei die vermehrte Individualisierung der Gesellschaft. Die ist ja ganz gruselig, auch. Gruselig auch, dass von jedem zweiten Franken, der für ein Geschenk ausgegeben wird, ein Gutschein gekauft wird. Achthundertmillionen Franken heuer. Für gruselige Gutscheine. Individuelle zumindest hoffentlich.

Oder auch Gutscheine für die SkyMall. Der Katalog steckte in der Sitztasche eines Flugzeugs, das von einer Transportmaschine hätte eskortiert werden müssen, wenn es einen Bordverkauf gegeben hätte. Zumindest hätte einen Anhänger ziehen müssen. Gab aber gar keinen Bordverkauf. Schade, hätte gern den Laserkamm begutachtet, mit medizinischer Haarwuchsgarantie. Die dreistufige Kleintiertreppe auch. Marshmallowbazooka. Klemmgeweihe für die Autofensterscheibe. Ausrollbare Klavier. Oder auch den CD-Schank im Tutanchamun-Sarkophag. Weiterlesen

Klosterfrau Melissengeist

Wird Kindern gern auf einem Teelöffel mit einem Stück Würfelzucker verabreicht. Auch in der gruseligen DDR, hörte ich. Geschmuggelt über die Grenze, gab’s freilich nicht im Konsum. Nicht einmal im Intershop. Im Westpaket vielleicht. Bekam das ja auch, nach Jena, aus dem Glitzerweschtn. Dort gab’s freilich Hektoliter Klosterfrau Melissengeist. Für Kinder auf einem Teelöffeln mit einem Stück Würfelzucker. Auch. In Lausanne heute auch. Für Kinder. Auf einem Teelöffel mit einem Stück Würfelzucker.

In Lausanne lernen Kinder Deutsch und Französisch. Von anderen Kindern auch. Die zweisprachigen Kinder könnten den anderen Kindern lernen, dass auf Hochdeutsch „Klosterfrau Melissengeist“ gewünscht wird, wenn jemand geniest hat. Statt Gesundheit zu wünschen. Wäre freilich gemein und ja verwerfliche Werbung. Könnte ja genau so gut Nonnen-Melissengeist heißen, oder auch Pinguin-Brand, las ich. Klingt freilich nicht so lustig wie „Klosterfrau Melissengeist“ nach dem Niesen.
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Waschmaschine

Waschmaschine1Um die geht’s freilich gar nicht, obwohl die ja auch tourte. Das Bullauge zum Schaufelrad erinnert aber auch an eine Waschmaschine. Saß in Aachen vor einer, stundenlang, in München auch. Stundenlang, freilich. Bis die eigene geliefert wurde, die nicht unter die Arbeitsplatte passte. Wegen der Anschlüsse, meinte der Monteur. Als wir sie demontierten, sahen wir, dass er Recht hatte. Nun steht die Waschmaschine neben anderen, in der Scheune. Münchner Scheune. In der Schleswiger Scheune steht das Butterkuttermodell. An Bord der Zürcher Butterkutter gibt’s keine Butter. Lassen sich quasi das Geschäft ihres Lebens entgehen: Weiterlesen

Freya

Knipse nun auch schon Butterkutter. Habe mich offenbar angesteckt bei zwei Freunden. Sie erfreuen sich an Schaufelraddampfern, fuhren mit vielen, bauten Modelle, restaurierten, schmiedeten Rettungspläne, zeichneten auch Pläne. Schöne Pläne, danke dafür auch. Freilich nur die gezeichneten, für die geschmiedeten sollten trottelige Nordamerikaner dankbar sein. Sind sie freilich nicht, offenbar, leider. Eben doch trottelig.

Freya1Das wäre noch ein Kompliment für die Reederei. Der ist das sogar das „Für“ zu schade, um ein gruseliges „S“ einfach anzuhängen. Geht allerdings auch ums Leben auf der Freya. Da hilft, dass großzügige, lichtdurchflutete Salons Service auf hohem Niveau garantieren. Ja, auch. Quasi. Das Fest fürs lesende Auge ist freilich die Interpunktion. Von wem hat die Reederei wohl das Synonym „schwimmendes Museum“ geklaut, wenn sie sich so öffentlich von der Bezeichnung distanzieren muss? Spare mir die Antwort.
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Windschatten

Können ja Bäume spenden, Häuser auch. Sträucher mit ersten zarten Knospen nicht. Müssen sie aber auch gar nicht, unter der fast geschlossenen Wolkendecke, der weiße Kreis wärmt Seebesucher. Sie erröten, sitzen sie fünf Stunden am Wasser. In dem noch der Herbst schwimmt, verwelkte Blätter. Aufgewirbelt von den Wellen des Ausflugsdampfers, der Fontäne. Noch nicht des Butterkutters. Weiterlesen

verspiegelt

Alle Zimmer des kleinen Heims. Schönen Heims, auch. Schöne Spiegel auch, viele kleine, die gucken sich noch gegenseitig an. In die Unendlichkeit quasi, aus fünf gucken schon Augen. Acht Paare, bebrillte, verdunkelte, auch. Junge freche wie die der Frau Werkstattmeisterin sind die einzigen, die in den kleinen Spiegel an der gegenüberstehenden Wand gucken. Darf mich nicht beklagen, knipste ich doch die Fotos alle selbst. Acht fehlen noch, aber nur die Fotodrucke, von Augen. Auch. Menschen, auch. Der Fotodrucker steht im Wandschrank, der sich nun endlich auch im Spiegel sehen kann. Bohrte mit der geliehenen Schlagbohrmaschine Löcher in dicke Mauern, weiche, alte, auch. Für den Spiegel, der nur ein Rahmen sein sollte. Für den Butterkutterplan. Der wird aufgezogen, sieht sich dann auch im Spiegel. Weiterlesen

Schuhschrank

schuhschrankKaum ein Boden ist eben, kaum eine Decke gerade. Im schönen kleinen Heim. Die Besuchergalerie hängt im Wasser. Die Besucher gucken trotzdem schräg, weil niemand eine schiefe Decke vermutet. Gucken einander an, die Besucher. Zwei starren ins Leere, tatsächlich irgendwie. Frau Werkstattmeisterin blickt herab. In der Galerie. Jeder Besucher ist dort schon ausgestellt. In der Galerie. Im Spiegel. Für den fehlt der Platz in der Garderobe. Bald steht dort immerhin ein Schuhschrank. Endlich nicht mehr aus dem Möbelhaus mit dem Elch, Studienzeiten sind endlich Vergangenheit. In Aachen kaufte ich die ersten Regale, sie füllten in München das Wohnzimmer. Heute steht darauf der Butterkutter. Oder es liegt der Plan darauf. Des Butterkutters. Bin stolzer Besitzer der ersten Kopie, leider nicht handsigniert. Noch hängt er nicht, der Plan, über Riemenböden unter schrägen Decken.
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Ølvæksel (1)

oelvaekselIst gar kein Dänisch. Deutsch und Dänisch, fast willkürlich zusammengesetzt. Dem Dänen sträubt sich jedes Haar vermutlich, jeder Deutsche liest das Wort dreimal. Wie geschriebenes Schweizerdeutsch. Der schweizerische und der britische Bruder bereisten Kruså für den Ølvæksel. Der Restaurator und der Butterkutter-Man nicht dabei. Leider. Leider macht auch Rita keinen Ølvæksel mehr, irgendwie tatsächlich. Die læckersten Hot Dogs gibt’s trotzdem hinter der Grænse. In einer Hot-Dog-Bude, neben Tankstelle und Supermarkt, voller dänischer Læckereien. Remoulade, roten, vermutlich rein chemischen Pølser auch für Vegetarier und freilich Øl. Juløl auch, passend zur Jahreszeit. Den Ølvæksel gibt’s seit vielleicht sieben Jahren, den Ausflug nach Dänemark, Hot Dogs essen, ein Øl trinken. Ein Øl freilich, einer muss schließlich zurück fahren. Über die Grænse, ins heimatliche Schleswig. Zu Weihnachten, immer. Schöne Weihnachten, Euch Lesern.

Ex-Krieg

Dreißigjähriger Krieg, dreißigjährige Kriegerin müsste es heißen. Heute Ex. Krieg. Trotzdem grusel. Wegen dem Krieg, nicht dem Menschen, will mal nett sein. Ausnahmsweise. Nur. Willkommen junger Ross. Bekam nur eine Carbon Copy – schöner: Kohlepapierdurchschlag –, dafür gilt die E-Mail-Regel nicht. Typisch: zu doof. Zehn Tage zu spät endlich Glückswünsche.

ex-kriegAm Abend wieder eine Station zu weit gefahren, mit dem Tram. Zum See, der bringt ja Glück, den Rossen auch. Ausflugsdampfer und Butterkutter liegen seit Wochen fest vertäut. Für die Weinmesse. Kein Schiff schlägt Wellen. Seit Wochen. Sanfte Wellen gingen im Schein der lichterkettenbehangenen Boote.

Kapuze

Fäden füllen die Seenplatte auf der Oxford Street. Unter dem Vorsprung der Essen-Filiale lösen sich Fäden auf in Spray. Die wasserdichte Membran stemmt sich gegen Spray, die Fäden. In den Schuhen und der Jacke. Nicht der Kapuze, die fehlt. Am Schirm prallen Tropfen der Markise ab, dicke. Fäden auch, lange. Stundenlange.

Die Membran hält Stunden, hielt schon vor Jahren. 20. Im Jugendwunsch, blauer Jacke mit eingerolltem Fuchs. Und Membran. In der Kapuze auch. Ein Kiesel riss ein Loch in den linken Ärmel, beim Fahrradsturz am Gallberg. Fast der Weltuntergang, nicht die Wunde. Kleine. Mit dem blauen Flicken trug die Jacke zuletzt wer, der gerade Butterkutter fährt, vermutlich, oder Model T. Durch Nordamerika. Feiernd unbedingt auch. Wartet auf sein Geschenk. Butterkuttern. In München oder Zürich. Die Reise nach Zürich verhinderte die Butterkuttertour, keine Fäden oder Spray. Im September, schon damals in der Fahrradjacke, mit Membran, heute laminiert. Ohne Kapuze. Deshalb mit Schirm durch Fäden und Spray. Gemeinsam mit der Wendejacke von der Deutschen Bank. Innenseite sah noch nie die Welt draußen. Die Kapuze schon. In Zürich noch nass vom Londoner Regen.

Dach

Sah ein weißes Schimmern durch den Spalt in den Fensterläden. Am Morgen. Gestern war es nur Schneeregen, als Enten Fangen spielten auf dem See. Schwäne schliefen, den Hals und Kopf tief ins dicke Gefieder gesteckt. Im Schein der hell erleuchteten Butterkutter. Am Abend war Weinmesse auf dem See. Eiswein servierten die Kellner sicher, auch. Über Nacht war’s kälter. Offenbar.

Früher Schnee für Zürcher Verhältnisse, auf dem Dach im Oberdorf. Sagt die Oberdorf-Bäckersfrau. Das Verkaufsfenster geschlossen wenn niemand Amaretti haben mag. Kalte Nässe hält inne zwischen alten Häusern. Glotzt. Rinnt über Kopfsteinpflaster dem Flussufer zu. Schafft es nicht in die Häuser, trotz offenem Fenster. Dicke Wände stemmen sich ihr entgegen, halten Wärme fest für Menschen hinter ihnen. Barfuß laufende über Riemenböden. Hinter Fensterläden, grünen.