Vuvuzelastrumpf

Blickte neidisch vom Balkon auf das schwarzrotgoldene Fahnenmeer auf der Regerstraße. Vor vier Jahren, würde heute wieder blicken. Blicke heute aber auf ein Rinnsal blaugrünrotgelbschwarzweißer Fahnen. Fahnen in den Autofenstern in Johannesburg. Blaugrünrotgelbschwarzweiß und Schwarzrotgold war die häufigste Kombination in Durban, Port Elizabeth. Freilich nach zweimal Blaugrünrotgelbschwarzweiß. Zweimal Schwarzrotgold ganz selten, in Johannesburg nirgends. In München quasi überall, vor vier Jahren. Ausverkauft.

Fragte in Baumärkten, Ein-Euro-Läden, Lebensmittelhändlern, Kaufhäusern, Sportgeschäften, Tankstellen. Ausverkauft. Wochenlang. Wochenlang wogte das schwarzrotgoldene Fahnenmeer vor meinem Balkon. Ohne meine eigene Fahne. Freilich auch passend: ohne ein eigenes Auto. Aber ja mit dem Versprechen an den flammenden Fridolin, ihn Schwarzrotgold zu schmücken. Weiterlesen

Geburtstag (1)

Herzlichen Glückwunsch. Von Herzen. Zum ersten Jahrestag, heute. Wurdest ja gar nicht geboren, nur veröffentlicht. Mein Blog. Die Idee ist schon älter. Hörte: Ganz unwitzig bist du doch auch nicht. Tatsächlich. Las Verschattet und Land unter. Großartig! Ja, Ausrufezeichen.

Probierte mich mal aus mit Augenlaser. Lasen fünf Augen, Gefängnis und grün nur drei. Oder auch fünf. Stadtplan lasen mehr Augen, ist der einzige Eintrag, den heute nur noch ein Auge lesen kann. Schwierig, so eine Blogmigration, verstehe ich ja schon. Nein, überhaupt nicht. Vollkommen wahnsinnig? Auch über die Schneebit kann kein Auge mehr etwas lesen. Veröffentliche hier demnächst mehr als ein Jahr alte Texte. Und ein Selbstportrait. Das erste.

Niemals mehr als drei Augen lesen Gemeinschaftswerk und Werkstattmeisterin. Komplimente sind ja auch nur für eine Person. Immerhin gibt’s sie auch als Tag. Auf meinem Blog. Dem einjährigen. War faul an 100 Tagen. Erfolgreich mit Über, Tällibahn und freilich Augenlaser. Vor einem Jahr einmal gelesen. Immerhin. Glückwunsch.

Schumi

Bin halt doch nur der Showpraktikant. Selbst das Wachsen und Polieren der unbehandelten Füße gelingt mir nicht annähernd so wie der Frau Werkstattmeisterin. Freilich hat sie das gelernt, praktiziert über Jahre. Nicht Füße polieren freilich. Die sind ja auch schwer zu kriegen. Bestellte vor Jahren vier am Münchner Rosenheimer Platz. Auf Lager haben wir die nicht, mal abwarten, ob die unser Händler noch irgendwo auftreiben kann, hörte ich. Er konnte. Unbehandelte Holzhalbkugeln mit geschraubten Gummipfropfen. Für 80 Euro. Billiger als ein neuer Bezug, der kostet 330 Euro. Zwei Wollstrümpfe. Das Beziehen kostet noch einmal so viel. Der Sessel das Dreifache. Mein Jugendwunsch, der Stokke Ekstrem.
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Zentrum Paul Klee

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Zum 90. Bestes Bauhaus. Wolltest die Kunst für die einfache Bevölkerung erschwinglich machen. Ist ja nett auch. Hast Du ja auch geschafft. In Deinen 90 Jahren. Heute nicht mehr. Bauhausmöbel sind Klassiker und populär. Und teuer. Zum Glück gibt’s auch Nachbauten. Vom Barcelona Sessel. Sehe demnächst das Original, im schönen, unpraktischen Pavillon. Auf der Reise in den Fußballsommer.
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Zitat (16)

Sie stehen einander gegenüber, und es ist etwas wie Feindschaft zwischen ihren Augen.

Schreibt Heinrich Böll in „Der Zug war pünktlich“. Las ich in Hurghada. Vor einem Jahr. Stand dort niemandem gegenüber, nur morgens dem Spiegel. Früh morgens, als gesprengt wurde. Damit die Wüste grünt. Las nach der Flucht aus dem Gefängnis Böll. Am Strand, im Kreise drehend, dem Schatten hinterher. Schrieb im Gefängnis den ersten Text, den nur braune Augen lasen. Sah noch nie Feindschaft in braunen Augen, zu meinem Glück. Hätte gern Fußball geguckt mit den braunen Augen, vorgestern und gestern. In Zürich guckt das keiner.

verspiegelt

Alle Zimmer des kleinen Heims. Schönen Heims, auch. Schöne Spiegel auch, viele kleine, die gucken sich noch gegenseitig an. In die Unendlichkeit quasi, aus fünf gucken schon Augen. Acht Paare, bebrillte, verdunkelte, auch. Junge freche wie die der Frau Werkstattmeisterin sind die einzigen, die in den kleinen Spiegel an der gegenüberstehenden Wand gucken. Darf mich nicht beklagen, knipste ich doch die Fotos alle selbst. Acht fehlen noch, aber nur die Fotodrucke, von Augen. Auch. Menschen, auch. Der Fotodrucker steht im Wandschrank, der sich nun endlich auch im Spiegel sehen kann. Bohrte mit der geliehenen Schlagbohrmaschine Löcher in dicke Mauern, weiche, alte, auch. Für den Spiegel, der nur ein Rahmen sein sollte. Für den Butterkutterplan. Der wird aufgezogen, sieht sich dann auch im Spiegel. Weiterlesen

Honignehmer

honignehmerGehört freilich zum Standardrepertoire des Geschenkideenausdenkers. Für schwierige Fälle, gibt ja Menschen, die schon wirklich alles haben. So richtig alles, also auch schon den roten Karmann Ghia, das braune Quietscheentchen, das Arzt-Deutsch-Wörterbuch, das Leuchtfeuer, das Wasser aus dem netten See, das Moritz-Bier, die Schlauchbrille, das Do-it-yourself-Hot-Dog-Set mit Küstennebel, den 78-er-Portwein, das Mikrofaserputztuch, den Spritzenrotstift, den Tablet-PC. Wunschlos, quasi. Weiterlesen

Schuhschrank

schuhschrankKaum ein Boden ist eben, kaum eine Decke gerade. Im schönen kleinen Heim. Die Besuchergalerie hängt im Wasser. Die Besucher gucken trotzdem schräg, weil niemand eine schiefe Decke vermutet. Gucken einander an, die Besucher. Zwei starren ins Leere, tatsächlich irgendwie. Frau Werkstattmeisterin blickt herab. In der Galerie. Jeder Besucher ist dort schon ausgestellt. In der Galerie. Im Spiegel. Für den fehlt der Platz in der Garderobe. Bald steht dort immerhin ein Schuhschrank. Endlich nicht mehr aus dem Möbelhaus mit dem Elch, Studienzeiten sind endlich Vergangenheit. In Aachen kaufte ich die ersten Regale, sie füllten in München das Wohnzimmer. Heute steht darauf der Butterkutter. Oder es liegt der Plan darauf. Des Butterkutters. Bin stolzer Besitzer der ersten Kopie, leider nicht handsigniert. Noch hängt er nicht, der Plan, über Riemenböden unter schrägen Decken.
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Englische Auszüge

Nicht Schweizerdeutsch für Schubladen. Fachbegriff für die Schublade. Im Schreibtisch, der bald in Zürich steht. Auf 34 Quadratmetern, nicht ganz. Ist auch klein. Seine Englischen Auszüge kann man leicht nachbauen, schreibt der Restaurator meines Vertrauens. Danke für die Begutachtung, elektronische: Sieht ganz passabel aus, denke, da wird’s keine größeren bösen Überraschungen geben. Die Oberfläche scheint auch in einem guten Zustand. Der Preis ist auch in Ordnung.

Viele Auchs. Meine Baustelle sonst immer, auch. Kaufe beruhigt, alte Möbel im Internet, auch.

Das Gutachten zum Schreibtisch fiel schlechter aus. Oberflächenschäden können auch Vollholzoberflächen haben. Vollpfosten. Dafür braucht’s keinen Restaurator. Der hilft freilich, immer, auch. Kaufte dennoch, leider nur einen Beistelltisch. Mutter fragte wegen des Transports in die Heimat nach den Maßen, zu meinem Glück. Danke sehr. Odyssee eines Beistelltisches begann erst: Hinweis beim Auktionshaus, uneinsichtiger Verkäufer, der aber doch mit den Gebühren zufrieden ist. Sind unterwegs. Der kleine Schreibtisch kostet jetzt horrende 110 Euro. Alles bezahlt, der Baderbub bringt den Tisch im November mit nach Zürich, gleich ins kleine Heim. Kein Umweg über RSP. Schade, etwas, auch. Restauriere dennoch das Bötchen, Frau Werkstattmeisterin II. Grusel, vermutlich schon.

Glückwünsche an die Frau Werkstattmeisterin, elektronische. Zum Einjährigen, heute schon nachträglich. Hoffe auf kritische Blicke für den Schreibtisch, die Englischen Auszüge. Beim Zürich-Besuch. Neidische auf Riemenböden. Auch.

Schreibtisch (1)

Vertrödelte beinahe die Auktion, am Dienstag um neun. Vom Geiz gepackt, vom niedrigen Preis verlockt, die Chance aufs höhere Gebot verspielt. Überboten, passierte lange nicht. Den Tisch für knapp über 50 Euro nicht ersteigert. Mittwochabend gab es wieder einen, kleiner Trost. Der stand aber schon beim doppelten Preis. Nicht restauriert, versteht sich.

Der Restaurator meines Vertrauens stellte Ferndiagnose: Wenn’s nur die Oberfläche ist, das kriegst ja mittlerweile hin. Die Frau Werkstattmeisterin II macht im November eh Möbel in der Werkstatt. Frag‘ nach Furnierschäden. Konstruktiv könnte da eventuell auch was Wackeln oder Klemmen (der Rolladen z.B.). Die Auskunft aus der nördlichen Heimat zum Sofort-Kaufen-Angebot landete im Spam-Ordner. Vollholz, kein Furnier. Vollhorst.
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Nati

Hopp heißt Mars, noch immer. Das stammt nicht aus der Schweiz, Herr Schröder. Fußball haben die Schweizer auch nicht erfunden. Sicher. Die Zyprioten auch nicht. Wenn sie’s trotzdem spielen, wird’s gruselig. Sehr. Auch wenn’s freundschaftlich gemeint war. Das rote Bayern-Trikot war nett gemeint. Ist nur ein rotes T-Shirt, das war nett gemeint für Bayern, in München. Die Reise nach Genève, wie die französischsprachigen Schweizer sagen, auch nett gemeint. Lustig war’s mit dem Bayernmitglied, im Trikot, rot, nicht von Bayern. Sondern der Nati.

Das ist kurz und Schweizerdeutsch für Nationalmannschaft. Wäre halb so wild. Wird aber Nazi ausgesprochen. Angst und grusel. Die Nati, immerhin. Nicht dieses Wort für eine gute Sache. Nie wieder. Kein oder, auch.

Das Stade de Genève nicht mal halb voll, gähnende Leere in den Ecken. Leere nur. Gähnen beim Zuschauen, schimpfen. Selbst das Bayernmitglied laut, der ist Schweizer. Die Nati gecoacht vom ehemaligen Bayern-Trainer. Ein zweiter Deutscher im Stade de Genève. Wir konnten zufrieden sein über fünf Tore. Deutschland schoss nur zwei. Die Frau Werkstattmeisterin live im Ticker.

Hitzewallungen

Manche Werbung macht mir Angst, auch. Medikamententests in den Wechseljahren mit Hitzewallungen. Mein erstes Vorstellungsgespräch hatte ich bei Bayer: Marktforscher für Kosmetika. Grusel. Gereicht hat’s damals zum Redaktor. Schon. Schön auch. Beim besten Bewerbungsgespräch meines Lebens, jetzt erst einmal eine Zigarette. Heut‘ ist’s auch da gruselig.

Hitzewallungen in der U-Bahn. Nicht wirklich. Beim nächsten Mal nehmen wir ein Taxi. Wir liefen. Als Betthupferl Eis, dritter Gang nach Döner und Currywurst. Typisch berlinerisch. Aßen schon für das Doppelte nur den Nachmittagssnack. Salat, Clubsandwich und Burger. Elendige Völlerei. Aber lecker. Schokoladentafel schmilzt in der Mikrowelle, für Triple Chocolate Brownies. Zum Einzug in Zürich, was leichtes. Die Mikrowelle hat die Werkstattmeisterin. Gut so, auch.