Einbahnstraße (1)

Darf ich fragen, wo hin Sie fahren? Der Taxifahrer war guten Gewissens auf den Sihlquai eingebogen, hatte Schiffbau und Escher-Wyss-Platz verstanden. Aus dem Mund des hochdeutschen Fahrgastes. Nicht nachgefragt auf Schweizerdeutsch. Guten Gewissens auf dem Weg ans andere Ende Zürichs. Übertreibe freilich maßlos. Limmatquai kannte er, drehte um, ohne Entschuldigung oder das Taxameter anzuhalten. In der nächsten Woche soll es schneien, versuchte er beim Herunterklappen der Sonnenblende abzulenken, auf dem richtigen Weg. Mittlerweile.

einbahnstrasseDer Schuhschrank war angekommen, dick verpackt. Sagexecken, Sagexkanten, in Sagexfolie eingewickelt. Die Glasplatte im separaten Karton, mit Ecken und Kanten. Und Folie freilich. Könnte ja einen Kratzer bekommen, der weiße Schuhschrank. Auf dem Weg nach Zürich, durch Zürich auch. Angst.

Im Oberdorf gibt’s quasi nur Einbahnstraßen. Nur Fußgängerzonen, auch. Taxen dürfen trotzdem einfahren. Ortskundige wissen wie, wo auch. Beim Rückwärtseinparken nahm dem Taxifahrer der Schuhschrankkarton die Sicht. Der unnötig übergroße Schuhschrankkarton. Wollte nicht vorwärts in die Einbahnstraße fahren, aus Angst vor der Polizei. Zum Entladen des Schuhschrankkartons. Die Polizei hätte dreimal fast kommen müssen, wegen des demolierten Taxis an der Hausecke. Dicke Wände sind ja stärker als Taxistoßstangen. Auch nach drei Anläufen noch. Schöner auch. Und wärmer.

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