Curry 36

Curry361Gibt Internetseiten, die man nicht vor dem Mittagessen besuchen sollte. Hörte, dass das verheerende Folgen hatte, fast, freilich nur. Verletzte gab’s keine. Hatte nur die Internetseite verschickt, die gleich weitergeschickt wurde. Vor dem Mittagessen, ist ja auch garstig. Dabei ist’s gar nicht so superlecker. Lecker schon, ohne Vergleich vermutlich auch superlecker. Finden leider auch sehr viele Berliner, Touristen vermutlich auch. Ist ein geheimer Insidertipp im Reiseführer. Dahin verirren sich nur wenige Touristen, ist ja auch nicht ganz einfach zu finden. Mit dem Taxi freilich schon, das ist allerdings auch billig. Preiswert auch. Nachts auch, Touristen haben bis fünf Uhr Zeit. Oder frühstücken Currywurst. Um neun. Weiterlesen

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Dosen

DosenDie Schweizer waren auf Großeinkauf, kauften dreizehn Millionen Dosen. Freilich keine Ravioli oder Königsberger Klopse, wären aber lecker gewesen. Hätte vielleicht ja sogar eine abbekommen. Aber die Dosen will ich gar nicht, sind nicht lecker. Dreizehn Millionen Dosen Impfstoff. Für sieben Komma sieben Millionen Schweizer. Könnte auch ein Nichtschweizer Dosen brauchen, wenn er nicht in seinem Haus geblieben ist. Wenn sie oder er mehrere Grippesymptome spüren. Ja noch einen Tag, nachdem das Fieber vollständig abgeklungen ist. Mindestens. Unbedingt auch. Im schönen Haus mit Dreiecksgiebel. Ein Bewohner hat den Test gemacht. Weiterlesen

Planten un Blomen

Planten un Blomen1Die Pflanzen und die Blumen auf Plattdeutsch. Stehen in Hamburgs Stadtpark. Gleich neben dem gruseligen Siebzigerjahrebau CCH. Für den es nur Saalpläne ohne Himmelsrichtungen gibt. Jede Etage aus einer anderen Himmelsrichtung abgebildet, freilich. Mit Türen, die Besucher nur hinaus lassen. Der Hausmeister des CCH weiß schon warum. Will freilich keine ungebetenen Besucher haben. Die gebetenen Besucher aber auch nicht, wenn sie zu doof sind und die Tür zufallen lassen. In der Pause. Beim Frischluftschnappen, die steife Brise. In der Fahnen stehen. Auf der CCH-Terrasse. Auf der Landschaftspfleger Unkraut jäten. Keine Gärtner, vermutlich, die hätten mehr als zwanzig Zentimeter Sandweg innerhalb von zehn Minuten geschafft. Mit einer Zigarettenpause freilich.
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Stangen

Esse ja ganz gern Tapas. Am liebsten freilich in Barcelona, in der Bodega. Der Bodega. Geheimtipp, quasi. So geheim, dass ich den Weg dorthin zuletzt selbst nicht fand. Nun zeige ich ihn Menschen nur noch mit verbundenen Augen. Spanisch sprechenden Menschen, freilich, hungere mit Englisch, durste, auch. Zwei spanisch sprechende Freunde fanden die Bodega, per Zufall. Oder in der Not, als wir fast schwammen, im Hafenrestaurant. Das steuerten wir nicht wieder an, ein Jahr später. Vor drei Jahren wurde die Bodega unser Stammlokal. Alljährlich Anfang November, mit dem Stürmerstar. Hinterher noch in die Garagenbar. Dort gibt’s auch Moritz-Bier. In Stangen.
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Rotphase

rotphaseDie Rämi-Strasse bergan. Privatbank, Antiquariate, Galerien, Werbeagenturen liegen links. Rechts rauscht und stockt die Blechschlange, berab, daneben kreischt das Tram, bergauf. In der leichten Linkskurve, drei Trambahnen, schlendere auf dem geteerten Bürgersteig. Breiten. Selten ein Passant zum Ausweichen. Mehr Halteverbotsschilder. Zwei. Fußgänger mit leeren Augen morgens um sieben. Auf der Überholspur, forschen Schrittes bergan. Zum Kunsthaus, zur juristischen Bibliothek, zur Uni, zur ETH. Muss gar nicht so weit. Sie hält nur die Ampel auf, am Zebrastreifen über den Hirschgraben. Der ist auch in den Himmel gebaut, dort. An der Ampel. Mir gleichgültig, ob sie rot, orange, grün leuchtet. Passanten rufen aus, bei rot. Eilen bergab, bei rot. Die Rotphase ist zum Stehen da, lehrte der Stürmerstar. Das Tram quietscht am Berg, Fußgänger erstarren, Gaspedale verharren.
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Übergangsmantel

Worlds Largest Timepiece Ist das Lieblingswort des Stürmerstars. Genügt am letzten Novemberwochenende in Zürich, quasi wie bestellt zum Adventseinkauf. Beleuchtet von Millionen Glühlampen in Schaufenstern, an Häuserfassaden. Verzieren seit Samstag die Haustür. Danke, schön, Herr Hausbesitzer, hätte gern einen Dübel, eine Schaube, eine Hand geliehen. Wanderte unter circa 150.000 kalten Dioden des „Worlds Largest Timepiece“ über den Paradeplatz, durch die Bahnhofstraße. Auf der Suche nach einem Mantel. Ohne Übergang.

Weiche, mit verdeckter Knopfleiste, anthrazitfarbene und dunkelblaue waren dabei. Von Modeschöpfern und Hausmarken. Freilich nix von der schönen Deutsche Bank, gibt’s gar nicht in der Schweiz, in München auch nicht. An der Innenalster schon, dann vermutlich die Sommerkollektion. Dann gibt’s dort auch Zürcher Mode, wird volljährig nächstes Jahr und zieht ins Ausland. Auch. Im Flagshipstore gibt’s neben dem Schuh von 1991 einen warmen Mantel. Kurzmantel mit wärmender Weste. Schick für den Redaktor über dem Sakko, warm für den Tollwoodbesucher. Freut sich auf die Feuerzangenbowle im Kreis Limousine fahrender Damen. Tatsächlich heuer auch?

Gold

Leere Versprechungen. Die mag ich nicht. Kriegt auch jeder zu hören. Nur nicht im Job. Da ist’s mir gleichgültig. Nicht ganz. Sonst stünde hier nix. Aber fast. Die Schweiz ist gemütlich, Bern langsam, heißt es. Immer schwierig, ferngesteuert zu sein. Liebe Worte sind schnell geschrieben, aber wie gemeint? Nicht so, wie sie zu lesen sind. Zu schnell für mich. Bin nur ein kleines Rad am Wagen. Aber der rollt. Ich mit. Schon. Gut auch.

Worthülsen, keine Lippenbekenntnisse. Ich hab kein Telefon. Die wollen gefüllt werden. Werden sie? Heute blieben sie leer. Noch mehr Hülse, davon hatte ich schon genug. So musste die Erinnerung herhalten. Für das Alleinstellungsmerkmal. Schade. Mit dem Stürmerstar wäre das nicht passiert. Aber eben nur im Job. Die Spannung steigt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Noch.