Abfahrt

Schaffner stieren am Zugkopf. Auf den leeren Bahnsteig, die Kelle schon in der Hand. Scheibe, vielmehr, nur noch heute. Meiden Gesichter eilender Reisender, manche fragende, auch. Alle paar Wagons der gleiche Blick. Stier. Bahnhofstafel, Gleisanzeige und Zugbeschilderung geben Auskunft. Über die Abreise. Nüchtern, nicht unfreundlich. Wie die Passanten, Wartenden. Bremsen die Hatz durch die Bahnhofshalle. Deftiges, süßes, Zigaretten, Kaffee eingesammelt auf dem Weg zum Schalter. Freilich keinen Fahrausweis. Dort gehorcht alles dem Gesetz der Schlange. Warteschlange. Wird überall kürzer, nur vor dem Wartenden nicht. Ängstlicher Blick auf die Bahnhofsuhr: Sekundenzeiger gleitet übers Ziffernblatt, Minutenzeiger starkt hinterher. Gäbe es eine Taschensanduhr, könnte man die Zeit verrinnen sehen. Zeitsand, längst nicht jedes Sandkorn kennen die Zeit. Reiselustige planen den Ausflug. Mit dem Schalterbeamten. Er dreht schließlich an der Scheibe. Fahrausweis, Rückgeld eingeklemmt. Am Nachbarschalter aufgelesen, weggesteckt, eilen zum Gleis. Unter stierendem Blick.

Langeweile

Trambahnfensterscheiben halten müde Arme. Darauf stützen sich Köpfe. In ihnen Augen, Blicke leer. Dabei gäb’s viel zu sehen an der Strecke. Stattdessen Langeweile. Am Hauptbahnhof fährt Tram 3 ein, noch warte ich auf sie. In jedem Fenster das gleiche Bild. Die Rahmen laden zum Abstützen ein. Breites Gummi, willkommen nach dem langen Tag. Auf mancher Tram 3 jubeln Fußballfans, die Arme und Köpfe strecken sich ins Fensterglas. Zürcher Müdigkeit hinter Geheimfavoriten. Oder Deutschen, auch.
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Grün

Insassen sind an grünen Armbändern zu erkennen. Der Rezeptionist teilt sie aus, legt sie auch um. Jeder trägt sie, kein Entkommen, denn drei Mahlzeiten und Getränke überall gibt’s nur für Grünträger. Die überfällt Stumpfsinn. Sie trotten zum Trog, zeigen her ihr Band und öffnen mechanisch ihre Mäuler. Wie in der Apple-Werbung von 1984, nur den Hammer wirft keine.

Der Strand planiert, die Wege gefliest, die Hänge mit Steinen zubetoniert. Kein Sandkorn in der afrikanischen Wüste. Die, die der Wind trägt, fegen Hunderte Borsten von den Fliesen. Alle anderen spült der Kärcher von sandbraunen Fassaden.

Von mannshohen Mauern geschützt wird das Urlaubsparadies. Darin ist alles so grün wie die Armbänder.