Bleistiftschärfmaschine

Kann es natürlich auch übertreiben, zum Beispiel die hundertjährige Bleistiftschärfmaschine „Jupiter 1“ von Guhl und Harbeck aus Hamburg erstehen. Erklicken heute wohl eher, wenn einmal eine „Jupiter 1“ verkauft wird. Gekauft freilich nicht von mir, habe nur wenig Platz auf dem kleinen Schreibtisch, dem langen Sideboard, dem quadratischen Küchentisch. Auf allen drei sähe die „Jupiter 1“ freilich schick aus, wäre ja aber auch etwas unpraktisch. Denn den Lieblingsstift muss ich gar nicht anspitzen, für den gibt’s Wechselminen. Für Bleistifte habe ich Bleistiftspitzen, praktische aus Gummi, schöne aus Metall.

Wenn nun doch einmal ein Bleistift abbricht, habe ich sogar eine Bleistiftschärfmaschine. Scharf, neuerdings auch, ist vermutlich noch nie geschärft worden. Die Angestellten der Zürcher Schlüsseldienste weigerten sich, zu schärfen. Skandalöses Verhalten, freilich, hätte Weiterlesen

Ølvæksel (2)

Gibt schon auch Gelegenheiten, bei denen der Restaurator besser dabei ist. Freilich nicht so sehr wegen des Restaurierungsbedarfs, Restaurationsbedarfs ja vielmehr. Der Ølvæksel ist so eine Gelegenheit. Die Gelegenheit ist aber auch gut, den Butterkutterman ebenfalls im Boot zu haben. Eher nicht wegen der Butter, dem Kutter, Boot selbstredend auch nicht, aber ja wegen des Ølvæksel. Ölwechsels in dem Fall, in der Scheune. Bei der Ente, von siebenundfünfzig. Dringend, freilich, in einer halben Stunde. Anderenfalls hätte der zweite Ølvæksel des Tages ja noch bei Tageslicht geschehen können. Unnötig freilich. Die Ente allerdings auch, denn es ist ja auch ganz gut, den Taxifahrer dabei zu haben. Gute Gelegenheit, quasi, für den Ølvæksel mit dem Taxi. Nicht am, freilich. Denn das befördert ja fünf Menschen, Mexikanerinnen auch. Für sie ist der Ølvæksel freilich auch eine gute Gelegenheit, dänische Hot Dogs zu probieren. Auch.
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Zitat (28)

Draußen vor dem Haus bewegte sich ein Schatten. Ein Herbstwind sprang auf und legte sich wieder hin.

Schreibt Ray Bradbury in seinem Buch, das mit dem Vorwort beginnt: „Fahrenheit 451 (232 Grad Celsius): der Hitzegrad, bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt“. Sehr gruselig, nur der Gedanke an brennende Bücher. Das Buch auch. Erschien neunzehnhundertfünfundfünfzig erstmals auf Deutsch. In Zürich. Fuhr von Zürich nach Rapperswil, um es zu kaufen. Zufällig. Dieses Buch. Wusste, dass ein anderes Buch in Rapperswil auf den Käufer aus Zürich wartet. Ich danke einem unbekannten Menschen dafür, dass er es vor dem Feuer rettete. Vor der Bücherverbrennung.

Elf Jahre nach der Erstausgabe. Die Erstausgabe ist stockfleckig, die Ränder bestoßen, der Deckel und der Rücken befleckt. Das bewog vermutlich den Buchhändler, die Erstausgabe zu verschenken. Quasi. Oder er amüsierte sich dermaßen über die verschiedenen Schäden, Weiterlesen

Wüste

Gibt eine Steigerung von Gefängnis. Nordamerikanisches Gefängnis. Öffne kein Fenster, reguliere keine Klimaanlage, nehme keine Brause ab, reiße kein Toilettenpapier ab, trinke kein Wasser. Immerhin läuft kein Schröderprogramm, bin ja auch dankbar. Etwas. Vermutlich wissen nordamerikanische Hoteliers schlicht nur nicht, wie sie Schröder auf ihrer nordamerikanischen Tastatur eintippen können. Können aber nette Tischler beauftragen – wüsste da sogar welche –, schöne Fenster zu tischlern mit einem Griff und einer Mechanik, regulierbare Klimaanlagen bräuchte es dann gar nicht so dringend, Dollars wären da für Sanitärinstallateure, die lustige Regenwaldbrausen installieren, dickes Toilettenpapier mit Perforationen gleich mitliefern, Chlorfilter auch noch im Sortiment haben. Die installieren auch, unbedingt dringend. Putze noch nie so gern mit Colawasser die Zähne, ohne Gas auf Schweizerdeutsch. Ungechlortes Wasser gibt’s in der Wüste nur in Flaschen.
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Bohrmaschine

Bohrmaschine1Einkaufen kann man ja ganz gut auf der Zürcher Bahnhofstraße. Bahnhofstrasse, freilich, auf Schweizerdeutsch. Der größte Buchhändler Zürichs, auch an der Bahnhofstrasse, hat umgetopft, das Paradies verpflanzt, quasi. Nun gedeiht das Paradies bei den Klassikern, der Belletristik nicht mehr. Braucht neue Setzlinge. Bekam den Tipp, einer sei Peter Bieri. Einer von zehn. Zwischen den Zweigen. Drei Zweige blühten im Paradies. Nun nur noch einer. Die Zürcher Bahnhofstrasse verliert an Attraktivität. Rapide.

Die Zürcher Bahnhofstrasse war ja noch nie eine gute Adresse. Für Restauratoren. Weiterlesen

Adiletten

Adiletten1Machen Sie bitte eine typische Handbewegung. Bat Robert Lembke seine Gäste im Münchner Studio. Würde den angewinkelten rechten Arm auf und ab bewegen. Bin freilich kein Maler, wäre auch ein langsamer. Pleite schon vor der Firmengründung, vermutlich. Strich stundenlang Fensterläden, lasierte würde der Restaurator korrigieren. Entschuldigung. Hat ja Recht. Lasierte ja auch Türrahmen, vielleicht zwei Meter breit und zweieinhalb Meter hoch. Im schönen hölzernen Anbau des roten Hauses mit weißen Fensterrahmen. Während drinnen Wände geweißelt wurden, Türrahmen ja auch. Aber erst das Holz lasiert. War blass vor der Lasur, hinterher gab’s wenigstens einige Jahresringe zu sehen. In den nächsten Jahren darf das Holz schöne große Fenster halten, vier Menschen vor beißendem Wind schützen. Unbedingt, auch.
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Untergeschoss

Untergeschoss1Zweimal Untergeschoss für Sechsfünfundneunzig. Lese ich auf der Quittung des Eisenwarenhandels. Kaufte freilich gar nicht zwei Untergeschosse, kaufte im zweiten Untergeschoss. Konnte dort aber nicht bezahlen. Musste den gruseligen kleinen Lift nehmen ins Erdgeschoss. Dort gibt’s Magnete für schöne Sideboardtüren, die ja auf schiefen Riemenböden immer offen stehen. Wenn sie nicht abgeschlossen sind, freilich nur. Oder das Schloss noch in der netten Restaurierungswerkstatt liegt, der Schmied den Schlüssel noch schmieden muss. Vorerst sind die Magneten so nett, die Türen zuzuhalten. Musste freilich Originalsubstanz vernichten um sie anzuschrauben. Originalsubstanz hatte ja der Restaurator auch schon vernichtet, als er ein Loch in die Rückwand stemmte. Brach. Für das Antennenkabel. Bin froh, nicht noch mehr Originalsubstanz vernichten zu müssen, führe die Stromkabel aus dem Antennenkabelloch heraus. Damit sich der Verstärker im schönen Sideboard verstecken kann. Der DVD-Player ja auch.
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Amburana cearensis

Amburana cearensis1Ist ein Baum, der in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Peru wächst. Hauptsächlich freilich, vielleicht hat sich auch eins der seltenen Samen nach Chile oder Uruguay verflüchtigt. Illegaler Grenzüberflug, quasi. Dann wächst dort auch ein Baum, einer vielleicht, ist ja auch so schon selten genug. In Mittelamerika gibt’s ihn gar nicht, lese ich. In der Furniersammlung steht skandalöser Weise Mittel- und Südamerika. Spekulierte freilich auf geheime Anbaugebiete in Guatemala. Züchtungen auf Plantagen nahe dem schönen Wasser, eventuell. Verspekuliert, offenbar. Gibt ja schon in Südamerika nicht mehr genug. Von den vom Aussterben bedrohten Bäumen. Ist ganz gruselig, leider.
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Stillstand

Stillstand1Technische Redaktoren haben ja auch einen lustigen Job – vermutlich. Oder machen sich einen Spaß aus Beschriftungen von Werkzeugen. Gängeln freilich so nette Handwerker und Restauratoren. Den Showpraktikanten freilich nicht, in seiner Hand fällt die grüne Bohrmaschine sicher nicht. Wäre freilich auch gruselig für die Restauratoren. Hätten Angst, der Showpraktikant würde wahllos um sich bohren, Originalsubstanz vernichten vielleicht noch. Angst. Können doch die Restauratoren viel besser, wissen ja, was sie tun. Bohren mit der schönen grünen Bohrmaschine können sie freilich auch besser. Halten sich nicht einmal an den Befehl der schelmischen technischen Redaktoren: Achtung! Nur im Stillstand umschalten. Ist freilich auch ganz gut, mal zu pausieren, inne zu halten, für einen Moment. Nicht wild durch die schöne Restaurierungswerkstatt rennen und dabei umschalten. Auf dem Weg zum Pausenraum auch nicht, Achtung. Schön still stehen, Ruhe finden, dann erst umschalten.
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Niveauausgleich

Muss freilich kein Niveau ausgleichen, zwischen irgendwem und mir. Auch kein Wohnniveau ausgleichen. Wohne ja hoch genug. Die anderen könnten etwas höher wohnen. Können sie derzeit nicht. Ist grad keine Wohnung frei. Zwei im Haus Bellevue sind angeblich auch vermietet. Für 20.000 Franken. Jeweils, freilich. Monatlich, auch freilich. Die Mieter wohnen am Eingang zum gruseligen Zürcher Niederdorf, lese ich. Den Eintrag zum Oberdorf gibt’s nicht, deshalb beginnt das Niederdorf wohl am Bellevue. Würde ja keine 20.000 Franken für eine Wohnung am Niederdorf bezahlen. Monatlich. Muss ich ja auch nicht. Müsste dann vermutlich doch das Niveau ausgleichen, quasi. Wegen doofen Touristenfragen: Wo ist denn die Spiegelgasse? Auch.
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Schumi

Bin halt doch nur der Showpraktikant. Selbst das Wachsen und Polieren der unbehandelten Füße gelingt mir nicht annähernd so wie der Frau Werkstattmeisterin. Freilich hat sie das gelernt, praktiziert über Jahre. Nicht Füße polieren freilich. Die sind ja auch schwer zu kriegen. Bestellte vor Jahren vier am Münchner Rosenheimer Platz. Auf Lager haben wir die nicht, mal abwarten, ob die unser Händler noch irgendwo auftreiben kann, hörte ich. Er konnte. Unbehandelte Holzhalbkugeln mit geschraubten Gummipfropfen. Für 80 Euro. Billiger als ein neuer Bezug, der kostet 330 Euro. Zwei Wollstrümpfe. Das Beziehen kostet noch einmal so viel. Der Sessel das Dreifache. Mein Jugendwunsch, der Stokke Ekstrem.
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Axt (1)

axt1Dachte freilich: Verdammte Axt! Als ich das Buch auf dem Tisch der Restauratorenwerkstatt liegen sah. Die ist nicht verdammt, die Axt vom Buchautor. Hörte: Schmieden nur wenige Duzend im Jahr, das genügt. Die Buchautoren. Selbst der Restaurator braucht nie wieder eine Axt kaufen, hat er eine vom Buchautor. Wenn. Kenne keinen Restaurator, der eine Axt vom Buchautor hat. Eine Axt schon. Angst, auch etwas. Nicht vor dem Restaurator, vor der Axt. Freilich. Restauratoren wissen ja, wie sie mit einer Axt hantieren müssen. Schnitzen auch, lese ich. Werfen, auch. Angst, trotzdem etwas mehr. Weiterlesen