Scanbuch

ScanbuchHabe mir überlegt, ich könnte mal etwas Reklame machen. Für das Scanbuch. Das heißt freilich gar nicht so gruselig, sondern „Digitalisieren von Dias und Negativen“. Der Autor nennt es aber Scanbuch. Er muss es ja wissen. Er weiß es, ist mein unwissendes Urteil. Er weiß auch, wie jemand richtig Dias und Negative digitalisiert. Er war der jemand, auch. Er ist Perfektionist, zumindest wenn’s ums Digitalisieren von Dias und Negativen geht. Lesen lohnt sich, gucken auch. Guckte nur, las nicht, besitze ja nur ein Dia und einhundert Pocketfilmnegative, die müssen freilich unbedingt und dringend digitalisiert werden. Die Fotos aus Jena Anfang der neunziger Jahre. Die einzigen Bilder des Einzeldurchgangszimmers, zwei gingen durch. In der Lobedaer Platte, nicht renoviert, freilich. Das war auch gruselig, die Schimmelflecken im Bad auch.
Weiterlesen

Pendlerzeitung

Unaufgefüllt war heute eine Pendlerzeitungsbox. Zwei ja nicht, die dritte und vierte stehen gar nicht am Zürcher Klusplatz. Unaufgefüllt mit Pendlerzeitungen. Gibt eine weniger seit gestern. Die Redaktoren mussten noch mal Sonntag schreiben, um am Montag zu hören, dass Sonntag ihr letzter Arbeitstag war. Den Investoren ist das Geld ausgegangen, hörte ich. Für die Pendlerzeitung. Kostenlose, freilich. Traurig und auch schade. Obwohl die Pendlerzeitung nicht meine Favoritin war, die anderen aber auch nicht. Zwang mich, am schönen Bellevue eine Pendlerzeitung mitzunehmen. Mir keine in die in die Hand drücken zu lassen, von den Pendlerzeitungsverteilern. Sie haben nun auch keinen Job mehr. Noch mehr als die 69 Menschen im Verlag, hörte ich. Las freilich nicht einmal die Pendlerzeitung durch, zu kurz der Weg zur heute unaufgefüllten Pendlerzeitungsbox.
Weiterlesen

Dias

Schätze in Anführungsstrichen. Schätze sind ja oft auf Dias zu sehen. Die waren vergraben, die Schätze. In Anführungsstrichen. Habe das Glück, bald 500 Dias als Digitalbilder zu besitzen. Aus den Jahren 1971 bis 1984. Gibt nur ein gutes Foto von mir, bisher. Entdeckte ich vor Jahresfrist, tatsächlich. Geknipst in Schleswig, im Sommer 1978. Die Augen waren noch braun, das T-Shirt grün. Heute ist’s manchmal umgekehrt.
Weiterlesen

Shoppen

Sind die Einkaufsflächen am Hamburger Flughafen. Übersetzt ins Englische heißt das übrigens Shopping. Schreiben die Flughafenbetreiber auf dem Gebäudeplan. Danke dafür, auch.

shoppenVor circa zehn Monaten landete ich schon einmal dort, wartete auf den Flieger aus London. Die Eröffnung des Terminals 5 mündete in eintägiger Verspätung. Dafür Respekt, krassen, ihr britischen Luftwege. Der Flieger aus München war überpünktlich, hatte viel Zeit, die Shoppen-Areale anzugucken. Beim Blick ins Regal bot sich freilich ein großartiges Bild: PCpro, schön rot. Tief im bunten Blätterwald. Marktschreienden. Begann fast ein Jahr vor dem Foto mit dem Schreiben. Der letzten PCpro. Nach mehr als anderthalb Jahren fehlt sie nun, leider. Nur noch Schreie im Regal. Bunte, neonfarbene. Sonderfarben kosten viel, Mut noch mehr.

Angeberbildschirm

Bin zum Glück nicht eine Stunde früher aufgestanden. Länger liegen, im blauen Bett, huschen über unsymmetrisch verlegte Fliesen, warme Riemenböden. Heizung aus bei knapp zweistelligen Temperaturen. Übergangsmantel genügt für die Reise ans Mittelmeer. Wo Wellen unwirsch schlugen, schäumendes Wasser Füße umkräuselte auf dem Lieblingsfoto. Zeit fürs Foto vom Angeberbildschirm war, erinnerte die Abflugzeit beim Blick auf den Zugfahrplan nebendran. Eine Stunde zu spät. 58 Minuten von Stadelhofen bis Gate B06. Vergas den Stempel auf der Sechsfahrtenkarte. Blickte auf vom Buch an der Hartbrücke, eilte treppab zum Entwerter. An der Tür erlosch grünes Licht, blinkte, wie ein Zwinkern des Zugführers. 39 Minuten vom Flughafenbahnhof bis Gate B06, Check-in in Reihe zwei schon geschlossen. Frauen! Wetterte die Schalterdame, während sie den Hörer auf die Gabel warf. Check-in wieder offen, 30 Minute bis Gate B06. Dort noch eine Viertelstunde, kaufte Schokoladenzigarren, zart schmelzende. Paffen mit den nichtrauchenden Reaktorkollegen im rauchfreien Spanien. Beim Gratiskaffee fahren Gedanken Fahrstuhl. In den Keller des Atriums, zum Rauchen mit dem Cappuccinorührer. Gratiskaffee zum Entschädigungsfrühstück. Beginne, 60 Minuten nach Abflugzeit abermals am Gate B06 sitzend, zu schreiben: „Bin zum Glück nicht eine Stunde früher aufgestanden.“

Computerworld 41/2008

Heute ist der 10.10. Die Kollegen und der Redaktor arbeiteten lange und viel darauf hin. Die neue Computerworld, Schweizer. Ist schicker als der Titel vermuten lässt. Aufgeräumt, nicht ganz so großzügig wie die PCpro. Leider. Aber mit neuen Themen, weichen, Karriere. Mehr harter Hardware, auch. Vom Baderbub und Bayernmitglied. Aus dem Großraumbüro. Fünf Plätze.

Der Chefredaktor lädt zum Apéro, am langen Mittagstisch im Flur. Mit bayrischem Bier und Brezn, Zürcher Bier auch. Dem leckeren, leckersten Schweizer zumindest. Feiern die Computerworld und uns. Heute müssen die Artikel mal warten, auf die zweite neue Computerworld. In 14 Tagen. Etwas mehr Zeit für Bücher. Besuche am See, den Wald im Rücken.

Steamboat Whistle

Stadt Rapperswil und Stadt Zürich heißen die Butterkutter auf dem See. Zürisee, auf Schweizerdeutsch. Klingeltöne von den Pfeifen und den Bewohnern des Zürisee gibt’s von der Reederei. Oder live am Bürkliplatz, Limmatquai. Enten, Frösche, Möwen, Taucherli. Klingeltöne an zwei Butterkutterfans. Im Norden und Süden. Gestern las ich: bald beide im Süden. Kurzfristig. Schifffahrtsgeschenk am Ammersee.

Steamboat Whistle zum Frühstück, Brennen ruft freilich das amerikanische Polizeiauto. Alles tönt lustig, Schweizerdeutsch für klingt. Klingen ist sanfter, tönen klingt so hart. Metallisch. Schaufelraddampferpfeife. Wurde ich korrigiert. Butterproduktion eingestellt, quasi. Aber was machen dann die Pressen, die von Schaufelrädern angetrieben werden? Bestimmt verstehe ich mehr, wenn der Plan hängt. Über dem Sideboard, an dicken Wänden. Selbst gezeichnet, rekonstruiert von alten Fotos. Photographien hießen die damals. Schade um den schönen Namen. Sehe neidische Blicke auf die Pläne. Im schlichten Zimmer mit Riemenboden. Schönen. Und grünen Fensterläden. Augenlieder für die Sprossenfenster. Abends zu, morgens auf. Wenn die Möwen kreischen. Das gibt’s nicht als Klingelton. Aber die Steamboat Whistle.

Gliffy

Ganz Deutschland kennt die Regerstraße. Aus der PCpro. Schade auch. Noch immer gratis ist Gliffy. Vektorgrafik im Browser, endcool aber langsam. Jetzt gibt’s auch eine Datei Zürich, Export nur für Premiumkunden. Für einen Entwurf ohne richtigen Massstab reicht’s. Eine Idee. Auch. Eben kamen die Architektenpläne. Geodreieck und Metermass. Beides in München, die Möbel alle auch.
Weiterlesen