Whisky (1)

Die Nordamerikaner brauchen noch ein e. Iren auch, Schotten nicht. Füllen ja aber auch den besseren Whisky ab. Wobei das impliziert, dass nordamerikanischer Whiskey gut ist. Grusel. Trank noch keinen guten. Trank aber auch noch keinen japanischen, soll ja gut sein, las ich. Wie wohl neue Baumwoll-T-Shirts, Leinenhandtücher, Ananas auf poliertem Holz schmecken? Wie Waldboden, Muscheln mit Tabasco, französisches Toastbrot mit schwarzem Tee? Wie der weltbeste Single Malt Whisky. Selbstredend. Eine Kategorie mit beeindruckenden zweiundvierzig Unterkategorien – auf keinen Fall festlegen auf einen Whisky, könnte einer zu kurz kommen. Einer kam. Freilich vollkommen skandalös, dass mein Lieblingswhisky nicht prämiert wurde. Ausrufezeichen. Weiterlesen

Reisestecker

Reise freilich gar nicht. Höchstens in Zürich herum. Ohne Elektrogeräte allerdings, normalerweise. Benötige zum Lesen am See nicht unbedingt einen Föhn, Kaffeemaschine, Toaster. Obgleich die ja so nett wären, den Leser bei Minusgraden aufzuwärmen. Gibt am See allerdings auch gar keine Steckdose, benötigte für die allerdings auch einen Reisestecker. Für Fön, Kaffeemaschine, Toaster. Den überlebenswichtigen Sandwichtoaster freilich auch.

Reise von Zeit zu Zeit doch einmal. Auch zu Menschen mit Reisesteckern. Sie reisen aber freilich auch gar nicht, sind höchstens auf der Durchreise. Parkiert quasi, auf Schweizerdeutsch. In München. In jeder Münchner Steckdose steckt ein Reisestecker. Föhn, Kaffeemaschine, Toaster würden passen. Der überlebensnotwendige Sandwichtoaster auch. Äpfel, Fernseher, Lichterkette aber nicht. Nicht in München, nicht in Zürich. Könnten einen Reisesteckerringtausch machen, oder auch ein Kabelmassaker. Weiterlesen

Umfrage

Möchte gern auch einmal gefragt werden zur Attraktivität von Ländern, dem politischen Klima, der touristischen Anziehungskraft, der Lebensqualität. Gut, würde vermutlich nicht so viele repräsentative Sätze sagen. Keinen: Italien? Gibt’s das nach dem Fußballsommer zweitausendsechs überhaupt noch? Nordamerika? Gibt’s doch erst seit einem Jahr wieder. Österreich? Dort wurde jemand ganz nettes geboren, er musste aber fliehen. Das ist ganz gruselig. Belgien? Die leckersten Pommes der Welt. Dänemark? Die machen die besten Ølvæksel der Welt. UmfrageDeutschland? Hui, schwierig. In einer kleinen Stadt weht immer der Wind, in einer großen der Föhn. Der eine manchmal so stürmisch, dass ich mich dagegen lehnen kann und nicht umfalle, der andere immer schön blau. Warm auch. Schweiz? Weiterlesen

Curry 36

Curry361Gibt Internetseiten, die man nicht vor dem Mittagessen besuchen sollte. Hörte, dass das verheerende Folgen hatte, fast, freilich nur. Verletzte gab’s keine. Hatte nur die Internetseite verschickt, die gleich weitergeschickt wurde. Vor dem Mittagessen, ist ja auch garstig. Dabei ist’s gar nicht so superlecker. Lecker schon, ohne Vergleich vermutlich auch superlecker. Finden leider auch sehr viele Berliner, Touristen vermutlich auch. Ist ein geheimer Insidertipp im Reiseführer. Dahin verirren sich nur wenige Touristen, ist ja auch nicht ganz einfach zu finden. Mit dem Taxi freilich schon, das ist allerdings auch billig. Preiswert auch. Nachts auch, Touristen haben bis fünf Uhr Zeit. Oder frühstücken Currywurst. Um neun. Weiterlesen

Fahrzeugfahndung

Winterthur ist freilich immer eine Reise wert. Insbesondere für einen Buchtipp von einem Winterthurer, wenn Winterthurer Buchhändler das Buch auch verkaufen. Mir. Der Buchtipp war Jeremias Gotthelfs „Meistererzählungen“, „Die schwarze Spinne“ vielmehr. Kostet in Winterthur allerdings doppelt so viele Franken wie Euros im schönen München. Wird ja aber auch von dem Kritiker „eine der größten Novellen in deutscher Sprache“ genannt. Las auch die größte, die gab’s nicht in Winterthur.

Fahrzeugfahndung1Dafür gibt’s Kurzparkzonen für Radfahrer in Winterthur. Reiste freilich nicht mit dem Rad nach Winterthur. Velo auf Schweizerdeutsch. Schlicht mit der Bahn, im schönen ersten Stock. Dort liest es sich ja gut, lange, auf der langen Reise nach Winterthur. Veloreisende müssen sich ja eilen, haben sie ihr Velo am Bahnhofplatz an der Ecke Turner-Strasse parkiert. Dort wird das Velo nach dreißig Minuten durch große Lupen beäugt. Freilich von den Männern mit den großen Lupen. An der Stadthausstrasse ja erst nach zwei Tagen. Weiterlesen

Törtchen

Alle Welt schreibt über zwei Schokoriegel, die mal Räuber hießen und demnächst wieder heißen. Oder schon heißen, hätte heute aber Schokoriegel mit einem anderen Namen kaufen können. Freilich ist Räuber ein gruseliger Name für einen Schokoriegel, zwei vielmehr. Immerhin mussten die Räuber nie alleine durch die Lande ziehen, wenn sie ein heimeliger Lebensmittelladen auf dem Dorf verkaufen wollte. Immer waren sie zu zwei. Allein, heute, zu Eis erstarrt. Aber dann sind es ja auch keine Räuber mehr, oder Inkognito, quasi. Hießen nur im nicht englischsprachigen Ländern Räuber. Vor sechzehn Jahren beraubte ein wichtiger Geschäftsmann sie ihrer Identität, Schokoladenriegelessern ihrer Lieblingsspeise. Fanden sie gar nicht lustig, der Geschäftsmann sicher schon, denn er konnte nun für mehr Geld in die Ferien fliegen. Musste ja dort auch nicht die Räuber essen. Die stecken nun wieder in Automaten, liegen in Auslagen. In Zürich vermutlich auch. Als Geburtstagsgeschenk für die Schokoladenriegelesser.

ToertchenBekam auch einmal ein Geburtstagsgeschenk, das gibt’s heute auch nicht mehr. Allerdings ist der Geburtstag auch schon einen Moment her. Bekam eine ganze Torte geschenkt, Törtchen vielmehr. Erinnere allerdings nicht mehr, ob es Karamell oder Schokolade war. War aber lecker, die Kerze darauf brannte. Weiterlesen

Tizio

Tizio1Der englische Werbetext ist lustig: The perfect scale for small bedside tables for night reading applications. Wenn das so ist, kaufe ich freilich sofort. Die Tizio Micro hat die perfekten Maße für kleine Nachttische zum Lesen in der Nacht. Lesen ist immer gut, auch nachts. Wenn hier jetzt auch noch die perfekte Lampe dafür offeriert wird, dann nix wie kaufen. Kaufte wirklich wie nix, eine Tizio Micro, freilich nicht für den Nachttisch. Den Schreibtisch, ist ja auch klein. Noch. Aber groß genug zum Lesen, Tippen auch. Tizio Micro beleuchtet angeblich ja nur eine ganz kleine Fläche. Tizio auch, sagt ihr Schöpfer, Herr Richard Sapper aus dem schönen München.

Der Herr Sapper wurde gefragt, hoffe mal gebeten, eine Arbeitslampe zu entwerfen. Er selbst wollte eine Lampe schaffen, die nur seine Tischplatte beleuchtet. Dafür brauchte er eine starke Lichtquelle. Zufällig war eben die Halogenleuchte erfunden worden, von den Autobauern. Zuvorkommend ja auch von den Autobauern, eben die Halogenleuchte zu erfinden. Für Tizio, nein, den Herrn Sapper, freilich, er war ja noch gar nicht fertig mit dem Erschaffen Tizios. Weiterlesen

Züri-Wies’n

Zueri-Wiesn1Ein Bon blieb übrig. Freilich für ein alkoholfreies Getränk auf der Züri-Wies’n. Trank kein alkoholfreies Getränk, Bier ja auch fast nicht. Aus gruseligen, frisch gespülten Maßgläsern. Die auch so rochen. Stanken, vielmehr. Viel mehr. Sind offenbar rar auf der Züri-Wies’n, trotz Münchner Servierdamen. Servierdüsen auf Schweizerdeutsch. Sind vermutlich geschafft von Schweizern in München. Deutschen vermutlich hauptsächlich. Servieren trotzdem einen halbe Monat lang im Festzelt in der Zürcher Hauptbahnhofshalle. Aber eben nicht mit Münchner Tempo. Das legen Zürcher Züri-Wies’n-Besucher beim Trinken aber wohl vor, wenn sie sich an die Maßgläser gewöhnt haben. Volle, freilich, vermutlich auch ein Grund dafür, dass Servierdüsen den Bestellungen hinterher hetzen. Sind vermutlich doch schnell genug, die Maßgläser aber ja in München rascher gefüllt als in Zürich. Oder auch Weiterlesen

Weltmeister

Hauptbahnhof ZürichWäre ja ein guter Schweizer. Zumindest beim Bahnfahren. Da sind die Schweizer Weltmeister, vermeintlich, aber nur bei den gefahrenen Schienenkilometern, nicht der Zahl der Fahrten. Aber in beiden Disziplinen vor den Deutschen, nur die Japaner fahren häufiger mit dem Zug. Würde auch die noch übertreffen, würde ich Fahrten aus dem schönen München ins gruselige Poing mitzählen. Dann wäre ich häufiger als einundsiebzig Mal mit dem Zug gefahren. Mit den neunzehn Bahnreisen übertreffe ich nicht einmal die Schweizer, die fuhren zwanzig Mal. Bin aber mit siebentausendfünfhundertsechsundsiebzig mit Abstand Weltmeister der zurückgelegten Schienenkilometern. In letzten Jahr. Der vermeidliche Weltmeister Schweiz fuhr nicht einmal ein Drittel. Sie fuhren vor zwei Jahren noch weniger Bahn. Einmal weniger aus dem schönen Zürich ins schöne München, quasi. Sind etwa dreihundertdreiunddreißig Kilometer.
Weiterlesen

Festwiese

Festwiese1Der Himmel hatte sich schick gemacht. Im blauen Kleid mit dezenten weißen Tupfern und einem gelben Punkt. Für die Million Münchner, Millionen Gäste Münchens ja auch. Die hatten sich freilich auch schick gemacht. Weiße Rüschen blaue Karos. Blauweiß gestreifter Hemdkragen. Für den Besuch auf der Festwiese. Die Millionen strömten aus allen Himmelsrichtungen. Blauen. Aus Hotelzimmern ja auch, die sind auch immer ganz gruselig. Acht Euro für den Blog, dreißig für dreißig. Oder auch null für null. Das neu eröffnete Hotel wirbt zurzeit mit günstigen Zimmerpreisen. Fünfundsechzig, nicht hundertfünfundfünfzig. Während der Wies’n.
Weiterlesen

Prellbock

PrellbockMünchner sind ja vorsichtige Leute, hängen Schilder auf, damit kein Zug, Intercityexpress vielleicht noch, mal mir nichts, dir nichts, in die Bahnhofshalle schlittert, dort Bahnreisende zerdrückt, die auf den verspäteten Fernzug warten. Der Ruf der Deutschen Bahn ist schlecht genug. Die tut aber auch alles dafür, damit es so bleibt: Ob Sie Ihren Anschlusszug in München kriegen, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Der Intercityexpress wartet nicht auf Regionalzüge, umgekehrt schon, das ist ja die Sauerei. Wir müssen immer warten, die warten nie. Beschied ein Schaffner einer Sitznachbarin. Sie bedankte sich artig, schüttelte den Kopf und sah fortan quasi minütlich auf die Leder beriemte, weißblättrige, rechteckige Armbanduhr. Mit vergoldeten Ziffern. Zehn Minuten vor der planmäßigen Einfahrt in München rückte sie den Koffer zurecht, der neben der Sitzbank im Gang stand. Da hatte der Zug noch zehn Minuten Verspätung, Starnberg hatten wir eben rechts liegen lassen. Sie hatte weder rechts noch links etwas liegen lassen, nämlich gar nichts ausgepackt. Aus Angst vermutlich, etwas liegen zu lassen. Oder auch den Anschlusszug nicht zu erreichen. Der stand noch am Prellbock am Ende des Spaziergangs über den Münchner Bahnsteig. Dort hing das Schild.
Weiterlesen

Pendler

Der Weg ist das Ziel. Ist eine Redensart. Die ist freilich vollkommener Quatsch. Nur das Ziel ist das Ziel, der Weg nervt. Trotz Buch und Blog. Zürcher Amaretti auch, Münchner Fleischpflanzerlsemmel, Schweizer Mineral. Wegzehrung, der Weg zehrt auch. Über sechs Stunden lang den Körper bewegen von Z nach G, bewegen lassen vielmehr. Vom Zug. Pendlerzug auch.

Pendler1Von Zürich nach Sankt Gallen, von München zur Laterne im oberbayerischen Huglfing. Pendeln die Pendler auf den Plätzen neben mir. Auf dem Weg von Zürich nach Garmisch-Patenkirchen. Pendeln auch Zürcher, Münchner. Münchner auch nach Huglfing. Dort hält freilich der Zug, an jeder Laterne, quasi. Stehen aber nicht viele Laternen an der Strecke zwischen München und Garmisch-Patenkirchen. Der Zug hält an jeder. Freilich auch in Oberau. Bin froh, nicht pendeln zu müssen. Weiterlesen