Schussabgabe

Angst am Klusplatz. War schon weg, hätte nicht wegfahren können, denn die Männer mit den großen Lupen guckten. Vor der Schussabgabe. Angst. Am Klusplatz. Ohren hörten die Schussabgabe, Augen sahen die Männer mit den großen Lupen. Durch die Fenster zum Klusplatz. Bürofenster.
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Personenfreizügigkeit (1)

Hat freilich nix mit leicht bekleideten Personen zu tun. Nicht einmal auf Schweizerdeutsch. Ist ein Vertrag mit der EU, über dessen Verlängerung am Sonntag abgestimmt wird. Auch. Denn die Abstimmung ist gekoppelt an das Votum über die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien. Die zwei jüngsten EU-Mitgliedsländer. Beigetreten im Januar 2007. Die Personenfreizügigkeit – genannt die Bilateralen – zwischen der EU und der Schweiz gilt seit 2005. Damals mit knapp 55 Prozent Ja-Stimmen angenommen – bei nicht ganz 57 Prozent Wahlbeteiligung.

personenfreizuegigkeit1Freilich gibt’s Zank um die gekoppelte Abstimmung. Angst wird geschürt vor den gruseligen Bulgaren und Rumänen. Von der Schweizer Rechten. Ist ja mit circa 29 Prozent die stärkste Partei, mit geschätzten zwölf Millionen Franken auch die werbefreudigste. Gefolgt von den Sozialdemokraten mit nicht einmal 20 Prozent, den Freisinnigen mit rund sechs Millionen Franken. Angst schürten auch die Bankiers. Vor der Verlängerung der Bilateralen. Wegen dem schönen Bankgeheimnis, auch. Die gruselige EU will durch großen Lupen auf Schweizer Bankkonten glotzen. Böse Zungen behaupten, Bankiers klebten Raben-Plakate. Am Zürcher Limmatquai. Auch.
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Ex-Monopolist

Ist einer von denen, die keine ausländischen Adressen in ihre Datenbank eintragen können. Vollpfosten. Bank, Versicherung aus Aachen und München gehören auch dazu. Bekomme Sammelpost mit handgeschriebener Adresse, immerhin. Oder – grandios verspätet – Briefe aus der Regerstraße und Rautistrasse. Kaum ein Internetformular akzeptiert eine eigenständige Adressänderung. Ausgegrautes D, fest verdrahtete Ländervorwahl, fünfstellige Postleitzahl. Fehlermeldung beim Mobilfunkprovider. 08001 ist freilich fünfstellig, auch. Zürich aber keine Stadt unter dieser Postleitzahl. Klar nicht. Mann. E-Mail-Adresse vergeblich gesucht im geschlossenen Mitgliederbereich. Beim allmonatlichen Rechnungsabruf. Sparen Porto, Papier und mehr Schererei wegen der Adressänderung.
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Detektivposten

In diesen Dienststellen werden kriminalpolizeiliche Anzeigen aller Art, insbesondere in schwierigeren Fällen, entgegengenommen. Einfachere Tatbestände können wie bisher in allen Regional- und Quartierwachen zur Anzeige gebracht werden.

Schreibt die Stadtpolizei über sich selbst. Glaub‘ ja manchmal, das schreiben die extra so. Um uns zu amüsieren. Und bekaspern sich dabei selbst, auch. Eine Anzeigung zur Durchführung gebracht werden, vielleicht noch. Diesmal kein schwieriger Fall, keine kriminalpolizeiliche Anzeige notwendig. Schade eigentlich, den Detektivposten City – zuständig für den Stadtkreis 1 – hätte ich zu gern gesehen. Männer mit Stiellupen schauen sich Gegenstände an. Sherlock Holmes begleitet mich durch Zürich.

Auch zur Regionalwache City – zuständig für den Stadtkreis 1. Die öffnet erst um acht. Schlecht. In Notfällen darf ich zur Hauptpforte gehen. Bin einer. Auf der Terrasse mit Limmatblick sagt mir RSP die fehlenden Ziffern. Für die Tagesbewilligung. Für die Zufahrt in die Sperrzone. Oha, Angst, doch schwerwiegender Fall. In Klammern Fahrverbots- und Fussgängerzone. Stiellupe wegstecken auf dem Detektivposten, halb so wild, kostet nur zehn Franken. Sie dürfen aber nicht parkieren, mahnt der Beamte.