Augenlaserbehandlung

AugenlaserbehandlungFür wie blöd haltet ihr Werber uns eigentlich? Sehr offenbar. Sollen auf die Blicke einer vermeidlich hübschen Frau hereinfallen, Blicke freilich nicht doch verglaste Augen. Mit Laser beschossene Augen aber sicher auch nicht, auch, wenn ihr uns das glauben lassen wollt. Wollt auch den gruseligen Laser hinter den Augen und vor der Behandlung verstecken. Ohne Kopplung freilich, könnte ja einer der blöden Brillenträger drauf kommen, dass Lasern vielleicht nicht die angenehmste Sache der Welt ist. Können nachdenken, die Brillenträger, dafür brauchen sie keine Laserbehandlung. Besser als mancher nach dem Lasern des Auges, der Augen schlimmstenfalls. Ist gar nicht so risikolos, hörte ich von einem Brillenträger. Nützt bei dem Einäugigen ja nix mehr, das Lasern des Auges. Tut dem Auge weh, das Lesen so tumber Verniedlichungen.

S-Bahnhopping

s-bahnhoppingDas geht freilich in Zürich gar nicht. Denn hier gibt’s keine Laserkette. Die annonciert, in der S-Bahn. Wie in München, den Augenlaser. Angst, noch immer, etwas. Die annoncieren noch immer, in München. Heute in U-Bahn-Schächten, an Rolltreppenwänden, in S-Bahnwagons. Wie vor einem Jahr. Abends um kurz vor zehn stieg ich in die Tram 25. Die Tram wohlgemerkt. Hochdeutsch in München. Am Rosenheimer Platz begann das S-Bahnhopping. Weiterlesen

Durchmesserlinie

Punkt ch. Steht in armlangen Lettern auf Plakaten im Bahnhof. Rätselte schon bei der Ankunft, was damit wohl beworben wird. Informiert wird. Auf Durchmesserlinie Punkt ch. Über die Durchmesserlinie. Synonym für Durchgangslinie. Oder Schweizerdeutsch. Für eine Linie des öffentlichen Personennahverkehr, die von einem Ort zum anderen mitten durch die Innenstadt verläuft. Gelegt ist, besser. Laufen kann die ja gar nicht. Gelegt werden Schienen aber. Wie in Zürich. Unterirdisch, unter Wasser. Der Limmat. Die wird untergraben, unterbohrt. Von einer Tunnelbohrmaschine. Wovon sonst?

Plakate wären nicht schlimm. Die Seite auch nicht. Im Briefkasten, dem neuen, mit Paketfach, lag eine Wurfsendung. Durchmesserlinie, mit großem L. Aber nur als Titel. Überall klein sonst. So wird’s nix mit der Markenbildung.

Freilich unsägliche Texte. Laserkette, fast. Der Manager des Einkaufszentrums im Hauptbahnhof kann auf verschiedene Immobilienausbildungen zurückgreifen. Respekt, Immobilien Hochdeutsch gelehrt vermutlich, Rechnen auch. Er erzählte den Werbetextern, es mache keinen Sinn, jetzt schon Mieter zu suchen. Man wisse ja nicht genau, was 2010 gefragt sei. Nö, stimmt. Sinn machen ist eine grottige Übersetzung. Das schreibt kein Redaktor. Werbetexter auch nicht. Es sei unsinnig, jetzt schon Mieter zu suchen. Ist auch kürzer, Platzschinder. Schlimmer aber noch: der Grund. Wer mag raten, was wir in etwas mehr als einem Jahr im Bahnhof kaufen? Fahrkarten, Bücher, Zeitschriften, Zigaretten, Lebensmittel und Souvenirs? Nein, sicher nicht, weiß der Einkaufszentrumchef. Gruselige Dinge gibt’s in etwas mehr als einem Jahr. Im Bahnhof. Neuartige Produkte: Fahrkarten, Bücher, Zeitschriften, Zigaretten, Lebensmittel und Souvenirs. Angst, auch, etwas.

PET-Flasche

Mit der Laserkette startete ich. Blöde Werbung nicht nur beim S-Bahnhopping in München. In Zürichs Trams auch.

Los. Zurückbringen. Willst du schuld sein, wenn woanders etwas fehlt? Schon wieder du. Eine PET-Flasche. Etwa? Nicht doch. Ich doch nicht, gehe ja schon. Geht auch freundlich. Los. Zurückbringen. Werbung geht freundlich, freilich. Der Werbetexter nahm freundlich sein Salär entgegen. Für: Los. Zurückbringen. Klingt Hochdeutsch im Schweizerdeutschen höflicher? So die Hoffnung. Oder der Plan. Ausgefuchster Werbetexter, damit spekuliert ja kein doofer Redaktor. Oder?

Die Limmat erstarrt zu Eis, im Licht unter der Watchebrücke. Immer noch: Los. Zurückbringen. Verstehen das der Eidgenosse nicht, braucht’s den harschen Ton? Ja, du. Geh‘ endlich. Dass du dich immer so bitten lassen musst. PET-Flaschenmangel. Am Standort Schweiz.

Augenlaser

Scharf sehen ohne Brille – durch eine Augenlaser Behandlung. Der Satz ist beim ersten Lesen nicht gleich als Werbetext zu identifizieren. Oder doch? Mein Bruder textet so etwas hauptberuflich, allerdings auf Englisch. Sein Beruf heißt dort Copy Writer, auch eine nette Wortkombination: Denn er ist keines der kleinen Männchen, die in Kopierern ihr Tagwerk verrichten, indem sie weißes Papier mit schwarzer Farbe beschreiben.

Augenlaser: Mein großartiger Taschenatlas der Anatomie, Untertitel Nervensystem und Sinnesorgane, kennt dieses Stichwort nicht. Kein Wunder, macht es den Satz doch auch zum Werbetext. Wie gruselig klänge Augen-Laserbehandlung oder gar Weiterlesen