Erbgut

Auch die Leidenschaft für Backwaren ist vererbbar. Unerforscht indes, nach welcher Mendel’schen Regel. Dominant freilich, sonst wäre es selbstverständlich keine Leidenschaft. Erbgut, das Leiden schafft, gutes Erbe aber auch. Lecker auch, die Mandelhörnchen.

Sind hierzulande nur als Mandelbögli ohne leckere, in Schokolade getauchte Enden zu haben, in Bern. Im schönen München gibt’s echte Mandelhörnchen an der Ecke Implerstraße und Oberländerstraße, für unglaublich wenig Geld auch. Weiterlesen

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Eurowerbung

Circa siebzig Franken kostet in Koblenz ein Mittagessen für drei, zwei Steaks auch. In Zürich höchstens für zwei, kein Steak freilich, Getränke auch nicht. Auch nicht für Touristen, die mit Euro zahlen, wie überall in Zürich. Können aber noch auf günstige Wechselkurse in Zürich hoffen, günstiger als bei der Bank jedenfalls. Oder auch am Bahnhof, Frankfurter sowieso. Wo die europäische Zentralbank wirbt. Für den Euro. Dringend notwendig offenbar, die Eurowerbung. Frage mich freilich, welchen Zweck die Eurowerbung hat. Niemand hat eine Wahl, den Euro nicht zu kaufen. In Euroland. Kann vielleicht noch mit Franken zahlen, im Zug von Zürich nach Kiel, München auch. In Kiel, München noch bei der Bank, die werben ja nun wirklich genug. Für miese Weiterlesen

DVD (1)

Ein lange verliehenes Gut ist wie ein Geschenk, wenn ich es zurück bekomme. Es war aus der Erinnerung verschwunden, wusste es in treuen Händen, vermisste es nicht. Dann taucht es wieder auf, aus dem Nichts, erfreut mich erneut, ruft Erinnerungen wach. An die einzige DVD, die ich letzten Jahr sah. Am Nachmittag eines Herbsttages, im schattigen Wohnzimmer, verdunkelt von Jalousien. Freilich nicht in Zürich, in Koblenz. Habe ja schöne Fensterläden, grüne, gar keine Jalousien, auch gar keinen Fernseher, DVD-Spieler.

Die DVD enthielt die Verfilmung von Stefan Zweigs „Schachnovelle„. Dr. B. gespielt von Curd Jürgens, Mirko Czentovic von Mario Adorf. Curd Jürgens spielt großartig, windet sich im Wahn, in Angst. Die Vertrautheit mit dem Erzähler fehlt dem Dr. B. im Film, dabei kennt er den Erzähler. Der Erzähler spielt aber nur die Rolle des lächelnden Statisten, im Flur der Wohnung von Dr. B. hängt sein Portrait. Die Fragen des Erzählers stellt der Assistent von Mirko Czentovic. Mario Adorf spielt zu ausdrucksvoll, ist schlicht ein Charakter, nicht wie der charakterlose Mirko Czentovic im schönen Buch. Weiterlesen

Kartenmischgerät

Gibt ja Menschen, die schon wirklich alles haben. Auch einen Honignehmer freilich. Der ist ja aber auch Standardrepertoire, langweilig für den Geschenkideenausdenker. Hat noch zwei Honignehmer in der Schublade. Hinterhand, quasi, Geschenk für Teetrinker, Honignehmer auch, Notfalls. Verschenkte zweimal auch schon eine Kartenmischmaschine, obgleich die Modellauswahl ja kaum eine Wahl lässt. Billig anmutende Kunststoffmodelle, diverse, drei circa. Mischmechanik ist bei allen dieselbe, ein Gummirad zieht Karten von zwei Stapeln auf einen. Die Stapelhöhen unterscheiden die Kartenmischgerätmodelle voneinander. Höllenlärm machen alle, hässlich sind auch alle, mit goldenen Zierrändern, darauf rote Herzen, Karos, schwarze Pik, Kreuze. Kitschig Weiterlesen

Schulfach Glück

Ist offenbar doch nicht alles so schlecht, was aus dem großen Kanton im Norden kommt. Alles. Oder eben nicht. Die Idee, Glück im der Schule zu lehren, lernen auch, fanden drei grüne Aargauer Großräte, Verzeihung, Grossräte selbstverständlich, berücksichtigenswert für Aargauer Lehrpläne. Auch, vermutlich. Die drei Grossräte fordern nun in einem Vorstoss, dass Aargauer Schüler das Fach Glück wählen können. Kann man machen, muss man nicht. Die Deutschen werden in Glück unterrichtet, die Briten ja noch länger. Ob erfolgreich fragte bisher keiner, die Absolventen mit Glück als mündliches Prüfungsfach studieren vermutlich noch. Glücklich, sicherlich. Auch mit ihrer Abschlussnote, eine zwei in Glück. Oder auch eine fünf, Schweizer Schüler würden die wohl bevorzugen. Sechs auch. Ist nicht alles gut, was aus dem großen Kanton im Norden kommt. Schüler mit zu vielen Einsern und Zweiern, beispielsweise, rutschen in der Schweiz sicher ab auf vier, wenn nicht fünf. Auch in Glück, mit, auch.

Noch können die Schweizer Schüler, Aargauer auch nicht, Glück ja gar nicht belegen. Müssen Glück woanders suchen. Ohne Lehrer, Anleitung, Unterricht. Freilich schwierig. Allerdings wie komplett bescheuert Weiterlesen

Weltmeister

Hauptbahnhof ZürichWäre ja ein guter Schweizer. Zumindest beim Bahnfahren. Da sind die Schweizer Weltmeister, vermeintlich, aber nur bei den gefahrenen Schienenkilometern, nicht der Zahl der Fahrten. Aber in beiden Disziplinen vor den Deutschen, nur die Japaner fahren häufiger mit dem Zug. Würde auch die noch übertreffen, würde ich Fahrten aus dem schönen München ins gruselige Poing mitzählen. Dann wäre ich häufiger als einundsiebzig Mal mit dem Zug gefahren. Mit den neunzehn Bahnreisen übertreffe ich nicht einmal die Schweizer, die fuhren zwanzig Mal. Bin aber mit siebentausendfünfhundertsechsundsiebzig mit Abstand Weltmeister der zurückgelegten Schienenkilometern. In letzten Jahr. Der vermeidliche Weltmeister Schweiz fuhr nicht einmal ein Drittel. Sie fuhren vor zwei Jahren noch weniger Bahn. Einmal weniger aus dem schönen Zürich ins schöne München, quasi. Sind etwa dreihundertdreiunddreißig Kilometer.
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Bohrmaschine

Bohrmaschine1Einkaufen kann man ja ganz gut auf der Zürcher Bahnhofstraße. Bahnhofstrasse, freilich, auf Schweizerdeutsch. Der größte Buchhändler Zürichs, auch an der Bahnhofstrasse, hat umgetopft, das Paradies verpflanzt, quasi. Nun gedeiht das Paradies bei den Klassikern, der Belletristik nicht mehr. Braucht neue Setzlinge. Bekam den Tipp, einer sei Peter Bieri. Einer von zehn. Zwischen den Zweigen. Drei Zweige blühten im Paradies. Nun nur noch einer. Die Zürcher Bahnhofstrasse verliert an Attraktivität. Rapide.

Die Zürcher Bahnhofstrasse war ja noch nie eine gute Adresse. Für Restauratoren. Weiterlesen