Aufbauhaus

Geschenkideen, vom Geschenkideenausdenker, für Künstler, Restauratoren. Tatsächlich. Auch. Haben schon Angst, bestimmt. Rückblicke ins vergangene Jahrhundert, mehr wird nicht verraten. Geschenkideenausdenker ist gemein. Verrät aber eine Idee für ein Geschenk, das er vielleicht sich macht:

Aufbauhaus Poetry Office

Das Poetry Office. Aus dem Aufbauhaus. Zürcher. Gehe fast jeden Morgen dran vorbei, dem Architektenbüro am Bahnhof Stadelhofen. Mit Dach von Santiago Calatrava. Poetry Office ist ein großartiger Name: Poetry ist lesen, schreiben. Office ist die Textverarbeitung, das Tablet. Das Nette. Schreibe meist auf dem Tablet, nur in Hurghada auf dem Handy. Der Name verbindet.
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Pest

Schicken Sie mir einen Laster mit? Scherzte ich. Für 13.600 Forint. 100 Franken. Die passen sogar ins Portemonnaie, das von der Deutschen Bank. Nicht wie 200-Franken-Noten. Die kann man in Zürich auch nicht spielen, Glücksspiel verboten. Automaten auch. Kein elektronisches Gedudel in der Kneipe. Danke.

Redaktor in Budapest. Pest. Eigentlich. Mit Blick auf Buda. An der Kettenbrücke. Der Butterkutter liegt vor dem Hotel. Erwähnte ich, dass ich Hotelzimmer hasse? Ich tue es. In Pest gibt’s ganz besonders gruselige Exemplare. Trockene Luft aus der Klimaanlage, ein Reiseführer als Dauerwerbesendung im Fernsehen. Rot hilft. Etwas, auch. Das übliche Prozedere: schnell raus hier.

Aus Ungarn stammen Ikarus-Busse. Bei tiefen Minusgraden durchs Saaletal. Die Heizung brannte fast. Der Sitzplatz darüber immer frei. Indes, genutzt hat es nix: Durch alle Ritzen kroch nasse Kälte. Ikarus-Busse hatten viele. Ritzen. Türen, Fenster. Die Busse immer überfüllt. Auf dem Weg von der Trabantensiedlung zur Uni. In Jena, vor anderthalb Jahrzehnten. So sieht heute in Pest aus. Die ganze halbe Stadt eine Baustelle. Hinterhöfe, in denen die Zeit still steht, Gras wuchert über Schienen. Kartons abgestellt, nie abgeholt. Trabbis, Skodas, Ladas. Schlaglöcher pflastern die Straße, abgesperrt mit Bauzäunen, am Ufer. Der Donau. Mitten in der halben Stadt stehen Häuser mit Verkaufsschildern. Alte Häuser, dünne.

Killer

Angst. Killer am Alex. Für 1,25 Euro. Neben der Bleistiftverlängerung. Für Härte HB, keine Härte quasi. Killer löschen Buchstaben aus. Manchmal Fehler. Gehörten verboten, wie die echten. Radiergummi statt Bleistiftspitzen, die kennt keiner am Alex, im KaDeWe genauso nicht. In Zürich kenne ich kein Geschäft für Ausweishüllen, noch. Für die Schifffahrtsmonatskarte. Reise zum See, dem netten. Mit zwei neuen Büchern. Schönen auch, tatsächlich. Die Nummer für Langweiler Kravitz aus dem KaDeWe, endlich. Den Idioten Dostojewski gab’s nirgends als Taschenbuch. Einbände mag ich nicht, die sind so schwer. Buchstaben stehen auch in Taschenbüchern, zum Glück gefeit vor dem Killer. Grusel.

Dreimal Deutsche Bank, einmal Nummer vergessen, zweimal schön. Blau und Weiß, typisch Deutsche Bank auch. Und Schwarz, den gibt’s seit Jahren nicht mehr, wohl doch, zum Glück auch. Rot und Grün auf der Jacke, Weingummiampelmännchen für die Braut, auf die ich aufpassen darf. Unterschieb ich, vor Jahren in New-Yorker Dezemberkälte. Lustig war’s, der Behördenhürdenlauf. Nach dem Metalldetektor im Rathaus. Die Schweizer werden mich festnehmen, wegen des Dummy. Design aus Zürich. Der schreibt, sie seien totale Nieten im Fußball. Fieser Tipp von der SpreeBrezel. Der Currywursttipp von ihrem Chef war gut. Mit je einem Euro unterstützt, die zwei. Der Bergwolf freilich unerreicht.

Fische

Fische zwischen den Füßen. Lieblingsbild. Wenn alle das Becken verlassen haben, der Abend dämmert. Der See kühlt müde Füße, scheue Fische schwimmen forsch zwischen den Gittern umher. Nahtlosbräune am Beckenrand. Möglich, ohne Uhr, wie beim Segeln. Spiegelt die Abendsonne. Schwankender Ponton, liegt nicht am Bier. Der See bringt Glück und Wärme, Hitze. Unter tausenden bemalten Fußnägeln. Grusel.
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Schifffahrt

Hopp und Schokolade im Einkaufskorb. Für die Kollegen und als Reiseproviant. Heut‘ ist ein Tag, um in See zu stechen. Generalprobe mit der Tram, in neun Minuten daheim, bald. Nachbarschaft kennenlernen. Gegenüber des Schiffsanlegers steht die Bank, auf der ich das Glück fasste. SMS nach London und München. Dringend. Sonne strahlte, der Himmel lachte blau mit mir. Heute steht die rotgrüne Fahne mit vierblättrigem Kleeblatt im Wind. Naturgewalt streichelt die Limmat, die kräuselt sich vor Behagen.

An Bord nur mit einem Vierkant. Seegang erst auf dem See. Der bringt Glück, schon beim Panoramablick. Das Reiseproviant aus 99 Prozent Kakao ist bitter, braucht aber den Tag nicht mehr versüßen. Pünktlich zum Termin, auch um neun, trotz Wochenendstress. Keine Ruhe bis zum Mittagessen: Mein Bruder macht es mir wieder mal vor. Fünfzehn Tage und besser: Dachterrasse. Ich brauchte fast vier Jahre, um ihm ins Ausland zu folgen. Bald bin ich angekommen, hier. In Zürich. Er fährt auf Kurzurlaub. In Zürich.

Hausarbeit

Die hasse ich. Vermutlich jeder. Gibt Leute, die machen das hauptberuflich. Die bestimmt auch. Sonntagabend, jeden. Die Woche aus der Küche putzen. Maschinenpark. Kaffeemaschine, Brotmaschine, was für einfallslose Namen. Ofen und Herd schon besser. Neuer Glanz am Montagmorgen, da ist’s eine Freude, die Tasse abzustellen. Auf dem Abtropfgitter. Der Name sagt, was es nie tut, abtrocknen hasse ich. Nur Besteck ist angenehm, das geht schnell. Belohnung, dass die Gabel, Messer, Löffel fix wieder in der Schublade liegen. Cuver-Boxen, seit Aachen nicht benutzt. Schubladeneinrichtung, variabel.

Jedes Hemd, Hose. Gibt Leute, die bügeln hauptberuflich. Hass, auch. Auch dafür gibt’s Maschinen. Sonntagabend, wieder jeden. Hemden glättet die Reinigung, manchen stehen auch ungebügelte Hemden, Blusen heißen die tatsächlich. Hosen sehen länger frisch aus, nach langen Texten und gelesenen Seiten. Büroarbeit, white-collar worker lernte ich im Englischunterricht. Der Kragen muss schon stehen, musste für ein Musterbeispiel früher nur aufblicken. Jeden Tag. Gruselig: Ohne Reinigung brauche ich zehn Minuten für ein Hemd. Zum Glück schöne von der Deutschen Bank.

Nicht zu vergessen der Aschenbecher auf dem Balkon. Sonntagabend, immer dringend jeden. Hasse ich auch, volle Aschenbecher. In Deutschland gibt’s fast keine kleinen Tüten mehr, für die Asche der Woche.