Körperphantom

Angst am Küchentisch. Vor der Küchentischlampe, den hölzernen Küchentisch umgibt freilich kein angsteinflößendes elektromagnetisches Feld. Die Küchentischlampe aber schon, die einzige Lampe mit einer Energiesparlampe. Hörte: Stilbruch, die WG 24 mit einer Energiesparlampe zu illuminieren. Einer stabförmigen Kompaktleuchtstofflampe, ohne kugelförmige Hülle. Die hätte noch mehr Licht geschluckt, die Kompaktleuchtstofflampe ist schon düster genug. Illuminiert ja aber das halbkugelförmige Opalglas trotzdem ganz schön. Flößt aber ja auch ganz schön Angst ein.

Dem Leser freilich nur, liest nun nur noch im Abstand von mindestens dreißig Zentimeter von der schönen Küchentischlampe. Las im Abstand von zehn Metern vom gruseligen Körperphantom. Am Schreibtisch, im Internet, beim Bundesamt für Energie. Die Energie hat quasi auch ein eigenes Bundesamt abbekommen. Weiterlesen

Mandelkerne

Der Wunsch jedes experimentell arbeitenden Psychologen ist es, eine direkte Beziehung zwischen einem Stimulus und einer biologischen Reaktion herstellen zu können. Wenn ein Mensch ein Signal bekommt, geschieht in seinem Kopf genau eine bestimmte Reaktion. Wenn der Psychologe diese Kausalität für alle Menschen zeigen kann, ist sein Wunsch erfüllt. Freilich kann man beim Wunsch erfüllen auch etwas nachhelfen, mit Statistik zum Beispiel. Oder auch Messmethoden, Stichproben, Experimentdesigns. Freilich kann und auch. Oder auch.

Zu auch tendierten offenbar Zürcher Ärzte und Psychologen bei dem Experiment mit dem dekorativen Titel „Die eigenen Gefühle in den Griff bekommen„. Experiment wohlgemerkt. Kontrollierte Versuchsbedingungen, für alle Teilnehmer gleich, Teilnehmer vergleichbar, keine Störung. Zu schön, um wahr zu sein, quasi, wenn Menschen teilnehmen. Kommt aber in der Medizin und der Psychologie kaum um Menschen umhin. Quasi. Die Zürcher luden sich dreißig ein. Gesunde, selbstredend, Menschen sind ja quasi immer gesund. Denken freilich auch immer darüber nach, wie sie sich fühlen, insbesondere, wenn sie gerade auf einer Bahre liegen und ihr Kopf von einem Magneten umkreist wird. In einem Magnetresonanztomografen. Darin liegen Menschen auch täglich, quasi. Dreißig Zürcher offenbar schon, quasi Magnetresonanztomografenschläfer. Dachten also quasi unter vollkommen Weiterlesen

Teilchenbeschleuniger (1)

Bild: Cern.chGibt freilich viele Methoden, sich unbeliebt zu machen. Bei den Schweizern auch. Auch eine ist, gegen den Betrieb des Teilchenbeschleunigers in Genf zu klagen. Wegen des möglichen Weltuntergangs freilich, hätte ja auch noch andere naheliegende Klagegründe gegeben. Umweltzerstörung, Luftverschmutzung, illegalen Grenzübertritt. Durfte in dem Fall mal der Weltuntergang sein. Für eine Deutsche aus Zürich, Zürcher Gerichte fühlten sich freilich gar nicht zuständig. Für die Deutsche, freilich, nicht den Weltuntergang. So musste das Bundesverfassungsgericht urteilen, freilich nicht über die Deutsche, sondern den Weltuntergang. Das fühlte sich freilich auch gar nicht zuständig, denn schon das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster hatte entschieden, dass das Misstrauen gegen die Gesetze der Physik als Klagegrund Weiterlesen

Gehirnwoche

Unsere Anatomiedozentin sollte Recht behalten: Ich hatte im Beruf nie ein menschliches Großhirn in der Hand. Werde vermutlich auch nie ein menschliches Großhirn in der Hand haben. Ist ja aber auch nicht unbedingt erforderlich, als Redaktor. Als Psychologe freilich auch nicht, zur Jenaer Psychologenausbildung gehörte aber eine Vorlesung, ein Praktikum Anatomie. Klausur freilich auch, zum Lernen gab’s zum Glück den lustigen Taschenatlas der Anatomie. Prüfungspräparat freilich nicht, präparierten trotzdem menschliche Großhirne. Die wurden in einer Kunststoffwanne angeschwemmt, quasi. Aus der fischte sich jeder fünfte Psychologiestudent ein Großhirn für seine Präpariergruppe. Die schnitt dann drauf los, freilich mit dem aufgeschlagenen Taschenatlas der Anatomie auf dem Präpariertisch. Manchmal war Wasser in den Ventrikeln eingeschlossen, das ergoss sich über den Taschenatlas der Anatomie. Beim Aufschneiden des Großhirns. Sehr gruselig.

Heute wollen Dozenten einer nordamerikanischen Universität schon Kindern das Großhirn erklären. Auf der Seite „Neurowissenschaften für Kinder“ etwa. Mit lustigen Malvorlagen, auch von Neurologinnen. Typische Neurologinnen, haben mindestens einen dicken Zeigefinger, tragen Hornbrille, Schlips. Stecken ihre Oberkörper durch Löcher in der Wand. Weiterlesen

Bahnsteigkarte

Ist gar nicht so einfach, eine Bahnsteigkarte zu lösen. Freilich zumeist auch überflüssig, gibt es doch lustige Streifenkarten, Tageskarten, Wochenkarten. Die gelten ja auch als Bahnsteigkarte. Kombiticket quasi. Bahnsteigkarten gibt’s am Automat nicht unter Einzelfahrkarten, Tageskarten, Wochenkarten, Zuschläge. Sind allerdings ja auch gar keine Fahrkarten, Zuschläge, kann ja nicht am Bahnsteig fahren, das Fahrrad, den Hund nicht mitnehmen. Gehen schon, spazieren auch. Zum Fahrkartenautomat hin, zum Beispiel, obgleich das ja streng genommen schon illegal ist. Ohne Bahnsteigkarte. Wer dann noch drei Minuten die Bahnsteigkarte in der Kartenauswahl sucht, macht sich vermutlich schon strafbar. Angst, auch, etwas.

Hatte zum Glück ja schon eine Tageskarte, hätte gar keine Bahnsteigkarte lösen müssen. Löste trotzdem, dreißig Cent Spende an den MVV, quasi. Der brachte mich ja netterweise auch zur neuen Haltestelle Hirschgarten. Weiterlesen

Joggeli

Die passende Wurst gibt’s dazu freilich auch. Im Stadion aber nur, wäre natürlich auch doof, wenn Wurstbräter die Wurst auch außerhalb des Stadions verkaufen. Schmeckt aber nicht gut, fad, mit einer lieblosen halbtrockenen halben Brotscheibe serviert. Senf, selbstredend. Auch fad. Das Stadion ist ja aber auch unspektakulär, der Basler Sank-Jakobs-Park, kurz Joggeli. Auf Schweizerdeutsch, Entschuldigung, Baseldeutsch, sonst beleidige ich vermutlich alle Schweizer außerhalb von Basel, Baselland. Reiste erstmals ins guselige Basel. Angst, etwas, auch. Nicht wegen des Fußballs, auf den setzte ich die Hoffnung. Der Tabellenzweite gegen den Tabellenersten, macht Mut. Sah auch Fußball, aber hauptsächlich vom Weiterlesen

Selbstdiagnose

Das Berner Bundesamt für Gesundheit weiß offenbar gruselige Dinge über die Mitbürger. Lese ich, oder auch nicht. Denn in der Pendlerzeitung stand’s am Morgen, am Abend schon nicht mehr auf der Zeitungsseite. Die Seite des Bundesamts für Gesundheit weiß auch von nix, die Seite der Universität Freiburg auch nicht. Der Besitzer einer Telefonnummer und einer E-Mail-Adresse möglicherweise. Er weiß aber auch mehr über psychische Störungen, schrieb er doch ein Standardwerk. Aus Bern. Eins davon stand in Jena, drei in Aachen, keins daheim. Nur Kopien. Für zehn Pfennig pro Doppelseite, verkleinert. Danke für die ein oder andere gute Erklärung von Störungsbildern, Herr Professor Meinrad Perrez. Auch Angst. Angst hat heute der gute Herr Perrez vor dem Telefonklingeln, vermutlich. E-Mails auch, von Angstpatienten, eventuell. Auch sehr gruselig. Nicht die E-Mails, die Anrufe. Die Selbstdiagnose.
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Bratwurst-Jetons

Der Geschenkideenausdenker hat immer Konjunktur. Zurzeit hoch. Von Zeit zu Zeit muss er ja aber auch gar nicht so lange denken an Geschenkideen. Die liegen quasi auf der Straße. Strasse vielmehr, auf Schweizerdeutsch. An der Strasse, auch, eigentlich, auf der Strasse liegen leider keine Bratwurst-Jetons. Obwohl das schon ganz schön wäre, dann könnte der Geschenkideenausdenker Bratwurst-Jetons auflesen und sich selbst beschenken. Mit leckeren Bratwürsten. Bratwurst-Jetons sind allerdings freilich eine doofe Geschenkidee, gelten die doch nur am Zürcher Vorderen Sternen.

Allerdings kann die Bratwurst vom Vorderen Sternen Tage retten. Hörte ich. Erfreut, sehr. Abende verlängern. Weiß ich, sehr erfreut. Gewärmt auch. Freilich auch von den Heizstrahlern. Im Zelt des Sternen-Grills. Gegenüber zieht’s, kein Zelt und Heizstrahler wärmen den Zürichseebesucher. Ein Punsch indes schon, nicht Glühwein, auf Schweizerdeutsch. Kombiniert mit einer Geschenkidee, die lag auch an der Strasse. Bildlich geschrieben freilich nur, wäre sehr unappetitlich. Appetitlich ist sie ja schon. Bleibt aber geheim, die Geschenkidee. Weiterlesen

Mutationen

Bei der Schweizer Armee gehen merkwürdige Dinge vor sich, offenbar. Auch. Etwa die Wiederholungskurse – kurz WK, gesprochen Weka. Gibt ja aber auch Möglichkeiten, denen zu entkommen. Quasi. Durchdienen etwa. Durchdiener müssen freilich nicht von morgens bis abends gebückt laufen, auch nicht andauernd ein weißes Handtuch über dem Unterarm tragen. Nur durch dienen. Einsatzgebiete für Durchdiener sind vielmehr Genietruppen, Truppenköche. Auch, selbstredend. Nur Genies schaffen es vermutlich in die Genietruppen, Truppenköche kochen sicherlich Truppen, Genies vermutlich ja auch, mit den richtigen Gewürzen, Zutaten, Fleischeinlage. Oder kochen Truppen ab. Truppenköche können nach zehn Monaten ihre persönliche und berufliche Zukunft frei planen. Als Durchdiener. Haben keine weiteren Absenzen wegen der Wiederholungskurse.

Über Wiederholungskurse müssen sich freilich Mutanten auch keine Gedanken mehr machen. Bei der Schweizer Armee. Gab dort gruselige Mutationen Weiterlesen

Güselsack

Endlich sitzt er hinter Gittern. Quasi. Unbedingt verdient ist ja die Verurteilung, wegen skrupelloser Züri-Sack-Fälschung. Ausrufezeichen. Dem skrupellosen Handel mit gefälschten Züri-Säcken vielmehr. Nichts desto trotz Ausrufezeichen. Fälschte freilich nicht selbst. Malte keine blauen Buchstaben auf graue und nicht schöne weiße Züri-Säcke, zog auch keine andersfarbig blauen Bändel durch die grauen, nicht schönen weißen Bändelschlaufen. Benutze auch keinen dünnen Kunststoff, las ich, haben die Männer mit den großen Lupen nicht so gut hingeschaut. Trotz der großen Lupen, sahen sicher andere gruselige Dinge durch die großen Lupen. Wer weiß, Sahen aber auch keine schwachen Schweißnähte, wegen denen die gefälschten Züri-Säcke leichter reißen. Der Güsel auf schöne Fliesen fällt.

Fiel freilich nicht, auf schöne Fliesen in der Küche, im Treppenhaus auch nicht. Das Güsel, Schweizerdeutsch für Abfall. Güselsäcke statt Abfallsäcke, quasi. Beutel sagt der Hochdeutsche. Tönt aber auch ulkig, wenn der Hochdeutsche Sack sagt. Beim Züri-Sack nicht ganz so ulkig, kauft die aber auch nicht jede Woche. Besaß noch einen Vorrat an Züri-Säcken, als der Betrug aufflog. Weiterlesen

Benzin-Boykott

Da mache ich freilich mit. Unbedingt, Benzin muss boykottiert werden. Ausrufezeichen. Freilich unbedingt auch, wenn das Benzin aus dem gruseligen Libyen stammt. Rohöl vielmehr. In Libyen geben Väter ihren Söhnen so gruselige Namen wie Hannibal und wundern sich dann, wenn ihre Söhne verhaftet werden. Nur weil sie mutmasslich mal eine Haushälterin misshandelt haben. In einem Staat fernab von Libyen, freilich, sonst könnte ich ja gar nix drüber schreiben. Freilich auch ein gruseliger Staat, der einfach Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Lebe schon in Angst, quasi, weil ich nach einer Währung benannt wurde. Aber ja zu meinem Glück nicht nach der Währung des Staates, der mir nichts, dir nichts Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Müsste in der Währung Benzin bezahlen – aber das boykottiere ich ja. Quasi, unbedingt. Benzin-BoykottSofort, freilich auch. Würde freilich auch unbedingt und sofort einen Aufkleber kaufen, wenn ich Benzin kaufen würde. Im Staat… na ja, weißt schon, der mit dem Hannibal. Grusel. Der Aufkleber kostet viel Geld. Weiterlesen

Jahrhundertblamage

Zürich ist offenbar kein guter Rasen. Wegen der Jahrhundertblamage. Dabei findet der Zürcher Suchmaschinenbetreiber die Jahrhundertblamage schnell. Steht in einer Reihe mit der deutschen Supersteuerreform von neunzehnhundertneunzig, den zwar gefälschten, aber trotzdem gruseligen Hitler-Tagebüchern. Quasi. Dann folgt dreimal die Jahrhundertblamage. Eines Deutschen ja auch, elf Schweizern aber auch.

JahrhundertblamageDie elf Schweizer spielten lustig auf dem Letzigrund, am Ende des Fußballsommers. Des vergangenen ja, der für die Schweizer ein schöner Fußballsommer. Die elf nicht so sehr schön, die übrigen sieben Komma sieben Millionen ja aber wenigstens. Hatten Spaß mit den Gästen aus Europa. Die Gäste aus Europa hatten auch Spaß mit den Schweizern. Weiterlesen