Südafrikatourist

Die nüchterne Bilanz ist: Südafrika hat wegen der Fußballwertmeisterschaft seinen Kreditrahmen um mehr als vier Milliarden Dollar aufstocken müssen. Indes: Der Rahmen musste eh aufgestockt werden, da half auch keine Fußballweltmeisterschaft. Offenbar. Auch wenn die avisierten neunhundert Millionen Dollar in Land geblieben wären – nicht nur fünfhundert. Vierhundertfünfzigtausend Besucher statt dreihunderttausend. Die dreihunderttausend ließen also verhältnismäßig viel Dollar im Land, Rand, freilich. Der Rand ging auf einen Höhenflug, Preise für Reiseführer freilich auch. Versuche seit Monaten, einen zu verkaufen. Für einen Rappenbetrag, mittlerweile.

Annähernd für einen Rappenbetrag wurden Eintrittskarten an Südafrikaner verkauft. Freilich gut so, Südafrikaner verdienen im Monat auch nur annähernd einen Rappenbetrag. Kaum ein Südafrikaner konnte sich einen Sitzplatz leisten, so blieben sie leer. Auch die von Südafrikatouristen, die bezahlten freilich keinen Rappenbetrag für die Sitzplätze. Bezahlten vielmehr einen Rappenbetrag für die Stadtrundfahrt zur Eintrittskartenvorverkaufsstelle, die vom Stadion aus freilich immer quasi am anderen Ende der Stadt lokalisiert war. Immer in einem Einkaufszentrum, freilich, in dem selbstverständlich nichts einen Rappenbetrag kostete. Die Eintrittskarten für Südafrikatouristen ja aber auch nicht, die bezahlten den regulären Preis. Quasi weit entfernt von einem Rappenbetrag. Dafür konnten sich die Südafrikatouristen dann aber immerhin das Spiel aussuchen, bis zum Finale. Aber Südafrikatouristen blieben im Durchschnitt ja nur zehn Nächte, nicht dreißig bis zum Finale. Dann hätten Südafrikatouristen vermutlich auch nicht nur den doppelten Rappenbetrag für die Rückfahrt von der Eintrittskartenvorverkaufsstelle zum Stadion bezahlt, sondern womöglich sogar den dreißigfachen. Während der Vorrunde kostete die Rückfahrt nur den doppelten Rappenbetrag. Der freilich dann auch kein Rappenbetrag mehr war. Schade, auch. So ist auch die nicht ganz nüchterne Bilanz: Südafrika hat auch viel dafür getan, damit die Südafrikatouristen viel Rand im Land ließen. Viel dafür aber leider auch, damit Südafrikatouristen nicht so bald wiederkommen. Auch schade. Aber immerhin sieht wer einen großen Image-Gewinn.

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