Interreligiöse Kerze

Das Geschenkideen-Magazin der Gewerbevereinigung des Zürcher Hauptbahnhofs ist freilich für Anfänger. Ideenlose. Verspricht zwar „schöne, originelle, witzige und exklusive Geschenkideen“, nennt im gleichen Schriftzug aber auch schwarze Zahnseide, Trüffelöl. Das ist natürlich gruselig. Ganz gruselig ist allerdings die Interreligiöse Kerze aus der Bahnhofkirche auf Seite sechs. Zuerst brennt der Hinduismus, dann der Buddhismus, dann das Judentum, dann das Christentum, schließlich der Islam ab. „Alle fünf grossen Weltreligionen sind mit ihren Symbolen auf dieser Kerze vereint.“ Brennen vereint, langsam, nacheinander ab. Symbolisch, selbstverständlich nur. Da hilft auch das erklärende Textblatt kaum. Die Symbole der fünf Weltreligionen über dem Altar mit den Heiligen Schriften in verschiedenen Sprachen und dem bereitliegenden Gebetsteppich in der Bahnhofkirche immerhin etwas. Die Kerze macht trotzdem sprachlos. Weit weniger schlimm, aber auch ohne Worte der grottenhäßliche Zimmerbrunnen von Presende Strickler auf Seite achtundzwanzig. „Immer eine Quelle der Freude und der Wellness.“ Angeblich. Dachte, Geschenke sollen auch Freude machen, nicht Augenschmerzen verursachen. Vermutlich ja aber auch. Auch eine großartige Idee sind freilich Geschenkgutscheine. Ideenlose. Kunststoffkarten, heute, freilich, aber doch bitte nicht für Fashion, Wurst. Mit solchen Geschenkideen diese Weihnachten „besonders viel Freude“ schenken klappt also ganz sicher. Nicht. Nicht einmal auch.

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Ein Gedanke zu „Interreligiöse Kerze

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