Vorfreude (3)

Ein Junge steht vor einem Schaufenster. Darin drei Buchstaben, Uhren auch. Eine auch. Die. Die alle überstrahlt, obwohl sie nicht einmal oben auf dem Ständer steht. Auf halber Höhe des mit Samt ausgeschlagenen Schaukastens. Die ist’s trotzdem, sehen strahlende Augen. Die er tragen möchte, wenn er einmal selbst Geld verdient. Viel Geld. Sehr viel Geld. Als Jugendlicher verdient er noch immer kein Geld. Steht aber wieder vor einem Schaufenster, darin drei Buchstaben. Die Uhr auch. Mittlerweile nicht mehr auf halber Höhe des mit Samt ausgeschlagenen Schaukastens. Fast auf dem Boden. Der Boden seiner Sparbüchse ist bedeckt. Für die. Als junger Mann geht er am Schaufenster vorbei, bewusst, betritt den Juwelier, wartet vor dem Schaukasten, in dem die Uhr auf dem Boden dekoriert ist. Die. Fragt nach ihr, hört schleimtriefende Komplimente über exzellenten Geschmack, kann es nicht erwarten, dass sich die Juweliertür hinter ihm schließt. Sie schließt. Hinter einem Papiertaschenträger. Trägt eine Papiertasche mit drei Buchstaben. Darin die. Trägt sie übers Trottoir des Zürcher Bellevues. Am steifen Arm, kein Schlenkern sehe ich.


Sah auch ein Sitzkissen, könnte freilich auch eine Rückenlehne sein. Ist aber ein Sitzkissen. Soll unbequem sein, hörte ich. Die Rückenlehne womöglich auch. Womöglich auch das Ottoman-Kissen. Alle drei ganz bestimmt nicht, insbesondere mit einem Buch in der Hand. Im schönen Lesesessel. Lasse kein Schaufenster aus, hinter dem er steht, gehe auch Umwege dafür. Heute aber erst, nicht als junger Mann, Jugendlicher, Junge.

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