Z1

Heute vor gut siebzig Jahren war es schlicht unmöglich, im Deutschen Technikmuseum Rechenmaschinen zu fotografieren. Damals wurden dort Pferdefuhrwerke mit Eis beladen, während sich Pferde ausruhten. Vom Ziehen der Fuhrwerke freilich, vom Hochsteigen der Pferdetreppe aber auch. Bleibt ihnen heute erspart, das Treppensteigen, das Ziehen der Fuhrwerke oftmals auch. Heute steigen Besucher die Treppe empor, nicht die Pferdetreppe, die Museumstreppe freilich. Wenn sie Rechenmaschinen fotografieren möchten, die es vor gut siebzig Jahren nicht einmal gab.

Viele Besucher – auch siebzigjährige – haben heute mehr Rechenleistung in ihrer Kamera als die Rechenmachine besaß. Auch fast vierzigjährige Redaktoren mit Kompaktkameras. Die denken mit Kollegen laut darüber nach, was in vierzig, in siebzig Jahren die Rechenmaschinen leisten. In der Brille, im Mobiltelefon, im eingepflanzten Chip. Lehnen dabei verbotenerweise an den Museumsstücken, die Z1 auch, knipsen Fotos von stählernen Landschaften, Industriekomplexen. Heute ersetzt sie ein Chip so groß wie ein Fingernagel. Fürs Foto bräuchte der Museumsbesucher ein Mikroskop. Braucht in vierzig, siebzig Jahren. Dann rechnet die Z1 noch immer, verrechnet sich vermutlich auch noch immer, weil eine Metallplatte klemmt. Atome klemmen in vielleicht vierzig, sicher aber in siebzig Jahren. Dann sind zwei plus zwei hoffentlich immer noch vier. Nicht fünf. Grusel. Obwohl die Metallplatte, das Atom klemmt.

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