Vuvuzelastrumpf

Blickte neidisch vom Balkon auf das schwarzrotgoldene Fahnenmeer auf der Regerstraße. Vor vier Jahren, würde heute wieder blicken. Blicke heute aber auf ein Rinnsal blaugrünrotgelbschwarzweißer Fahnen. Fahnen in den Autofenstern in Johannesburg. Blaugrünrotgelbschwarzweiß und Schwarzrotgold war die häufigste Kombination in Durban, Port Elizabeth. Freilich nach zweimal Blaugrünrotgelbschwarzweiß. Zweimal Schwarzrotgold ganz selten, in Johannesburg nirgends. In München quasi überall, vor vier Jahren. Ausverkauft.

Fragte in Baumärkten, Ein-Euro-Läden, Lebensmittelhändlern, Kaufhäusern, Sportgeschäften, Tankstellen. Ausverkauft. Wochenlang. Wochenlang wogte das schwarzrotgoldene Fahnenmeer vor meinem Balkon. Ohne meine eigene Fahne. Freilich auch passend: ohne ein eigenes Auto. Aber ja mit dem Versprechen an den flammenden Fridolin, ihn Schwarzrotgold zu schmücken. Konnte das Versprechen halten, während vor dem Viertelfinale: Der Ein-Euro-Laden am Rosenheimer Platz hatte plötzlich wieder Fahnen, verkaufte sie, ohne freilich seinem Namen Ehre zu machen. Fünf statt einen Euro. Vollkommen gleichgültig, immerhin nicht mehr ausverkauft.

Fragte an Flughäfen, Kiosken, Sportgeschäften, Supermärkten, Tankstellen. Ausverkauft. Fast zwei Wochen lang. Fast zwei Wochen lang trötete es in jeder Halle, in jedem Stadion, in jeder Unterführung. Aus blaugrünrotgelbschwarzweißen Vuvuzelas. Schwarzen, roten, goldenen freilich auch. Auch aus überzogenen, mit einem Vuvuzelastrumpf. In Durban, Port Elizabeth beschied man mir: In Johannesburg gibt es alles. Auch den Vuvuzelastrumpf.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s