Vorfreude (2)

Begann vor anderthalb Wochen. Mit der der Einladung. Nach Bern. Ins Bundeshaus. Im Seiteneingang steht eine Sitzgruppe. Aus sechs Stühlen, lederbezogenen, aus Flachstahl. Drängen sich um einen runden Beistelltisch, mit Glasplatte, aus Rundstahl. Flachstahl und Rundstahl passen freilich gar nicht, da hatte der Einrichtungsberater andere gute Argumente. Die Möbel sind den höchsten Gästen angemessen. Die Möbel sind vom gleichen Hersteller. Die Möbel sind vom gleichen Designer. Die Möbel sind aus der gleichen Epoche. Die Möbel zeichnete alle das MoMA aus. Die Möbel stehen auch in Brünn im gleichen Haus zusammen, der Villa Tugendhat. Solche Argumente zum Beispiel. Oder auch: Die Möbel sind alle ganz schön teuer. Das Argument überzeugte vermutlich. Fand kein Argument fürs Probesitzen. Hätte aber auch keine Ruhe gehabt, dafür war die Vorfreude viel zu groß. Freilich nicht auf die Einladung. Die Rückreise aber. Den Gang ins Bahnhofsuntergeschoss auch, den Einkauf beim Bäcker. Den Spaziergang aufs Gleis, das Einsteigen in den Zug, treppauf ins Obergeschoss. Den Sitzplatz am Fenster. Den Griff in die Tasche. Das Legen der Tüte auf den Tisch. Das Aufschlagen des Buchs, zwei Seiten lesen. Das Drehen am Rädchen für das Makroprogramm. Das Öffnen der Tüte. Für diesen Blick:


Lecker. :-)

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