Zitat (32)

Aber es genügte ihm vollkommen, daß er ging und daß er wußte, wohin er ging. Doch kaum war eine Minute verstrichen, und er wußte nicht mehr, wohin er ging; er empfand es überhaupt nicht, daß er sich weiterbewegte. An einen neuen Gedanken zu denken, ekelte ihn und wurde ihm ganz unmöglich. Mit qualvoll angestrengter Aufmerksamkeit begann er, alles zu betrachteten, was ihm in den Weg kam, oder er betrachtete den Himmel, die Newa. Ein kleines Kind, das ihm begegnete, redete er an. Vielleicht war es nur die epileptische Spannung, die immer größer in ihm wurde.
Das Gewitter schien in der Tat, wenn auch nur langsam, heraufzuziehen. In der Ferne begann es schon zu donnern. Es wurde sehr schwül…

Lese seit zwei Monaten an einem Buch. Am Buch liegt’s nicht, den zwei Monaten hauptsächlich. Hauptsächlich zu wenig Zeit zum Lesen. In Fjodor Michailowitsch Dostojewskis „Der Idiot„. Lese eine schöne Übersetzung, in der ein seltenes Wort vorkommt. Im elektronischen Buch steht es nicht. Schade um das Wort, für den Leser auch. Kann sich freilich trotzdem erfreuen, an Naturereignissen. Im Menschen, der Natur. Beidem, sind eins. Das Bild, das Herr Dostojewski im Kopf des Lesers skizziert, malt er gleich aus. Ist ja auch ein gruseliges. Sehr. Der Idiot.

Ulkig aber auch: Seit zwei Monaten sagt jeder, der das Buch sieht: Das habe ich auch einmal gelesen, ist aber lange her. Las es auch schon einmal, ist auch schon lange her. Mag nicht mehr sagen: Ist auch schon lange her.

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