Eurowerbung

Circa siebzig Franken kostet in Koblenz ein Mittagessen für drei, zwei Steaks auch. In Zürich höchstens für zwei, kein Steak freilich, Getränke auch nicht. Auch nicht für Touristen, die mit Euro zahlen, wie überall in Zürich. Können aber noch auf günstige Wechselkurse in Zürich hoffen, günstiger als bei der Bank jedenfalls. Oder auch am Bahnhof, Frankfurter sowieso. Wo die europäische Zentralbank wirbt. Für den Euro. Dringend notwendig offenbar, die Eurowerbung. Frage mich freilich, welchen Zweck die Eurowerbung hat. Niemand hat eine Wahl, den Euro nicht zu kaufen. In Euroland. Kann vielleicht noch mit Franken zahlen, im Zug von Zürich nach Kiel, München auch. In Kiel, München noch bei der Bank, die werben ja nun wirklich genug. Für miese Konditionen, beim Euroumtausch auch. Dafür braucht niemand für den Euro werben. Aber offenbar hat die europäische Zentralbank ja Euro über, für Eurowerbung auch. Wusste gerade nichts Besseres als eine Werbeagentur zu buchen, Plakate zu drucken, Plakatwände zu mieten, Plakatkleber zu engagieren. Für viele Euro, freilich. Für einige Euro hätten auch gut ein paar mehr Bauarbeiter auf der Großbaustelle rund um den Frankfurter Hauptbahnhof engagiert werden können. Das hätte vermutlich zwar weniger Verspätung verursacht, hätte ja aber dem Euro auch gut getan. Reisende hätten zwar weniger Zeit gehabt, abstruse Eurowerbung anzuglotzen, mehr aber, um Euro auszugeben. Nicht erst am nächsten Tag nur circa fünfzig fürs Mittagessen.

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