Talski

Aus dem Tal ziehen sich faserige Wolken den Hang empor. Hangeln sich hinauf an grünem Nadelgehölz, schlagen Purzelbäume auf kuschelig braunen Mooswiesen, erklimmen schroffe Felsenwände, tippeln über kalte Schneeflächen. Stürmen dem blauen Himmel entgegen, dort, wo noch andere Wolken ruhen, an den Bergspitzen. Zuckerwatte, der Wind isst sie auf.

Während der Bahnfahrt fiel mir der Lehrsatz wieder ein: Den Talski, den Bergski nach vorn. Hörte den vor zweiundzwanzig Jahren, während des Österreichausflugs mit der Schulklasse. Hörte ihn heuer nochmals, freilich nicht in der Skischule. Glitt und schlitterte den Anfängerhang hinunter, ungelenk wie vor zweiundzwanzig Jahren. Glitt und schlitterte aber immerhin, purzelte und fiel nicht. Freute mich, dass nicht einmal ich das Skifahren verlerne. Das sich auf Skiern halten können, hauptsächlich, auch den Berg hinab. Hinauf auch, erinnerte freilich nicht die adäquate Skihaltung für den Schlepplift. Stockhaltung, einfach schleifen lassen. Freilich nicht elegant, darum ging es aber ja auch gar nicht. In lilafarbener Überhose, am Skiwochenende in den Walliser Alpen. Freilich keinen Blick für faserige Wolken, zuckerwattegarnierte Gipfel.

Hatte den Blick wieder während der Wanderung um Zeneggen. Auf dem umlaufenden Balkon des Chalet. Während des Abstiegs nach Visp. Siebenhundert Meter statt drei Stunden warten auf das Postauto. Das dorthin fährt wo sich Wolken losreißen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s