Minarett-Bastelbogen

Noch klafft die Gesetzeslücke in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Dem Artikel zweiundsiebzig fehlt Ziffer drei. Scheinbar ja nur. Nur im Internet. Dort wähnt sich der Minarettbauer noch in Sicherheit, dass er nichts Gesetzeswidriges tut. Wenn er ein Minarett baut. In der Schweiz. In der die Bundesverfassung, der Abschnitt, der das Verhältnis zwischen Kirche und Staat regelt, um die Ziffer drei ergänzt, vervollkommnt, beschädigt wird. Hinter der drei steht: Der Bau von Minaretten ist verboten. Punkt. Grusel.

Wähnte mich auf neutralem Boden, reise aber sicherheitshalber aus. Nehme den kürzesten Weg, Zugfahrt nach Konstanz. Oder auch Bregenz, wie viele andere auch. Die den Minarett-Bastelbogen gefunden haben. Ihn freilich in der Schweiz nicht herunterladen, drucken, ausschneiden, kleben, aufstellen können. Dürfen, unter Strafandrohung. Herunterladen kommt dem Bestellen schöner Steine gleich, Kacheln auch, Drucken dem Kauf von Zement, Ausschneiden der Inbetriebnahme des Trommelmischers, Kleben dem Anrühren von Mörtel, Aufstellen dem Richtfest. Findet in Konstanz, Bregenz statt, hoffe auf ein Internetcafé mit Farbdrucker. Reise in jedem Fall mit Koffer an, will nicht riskieren, an der Grenze gestoppt zu werden, von Grenzschutzbeamten, die das Gesetz weiter fassen, als der Wortlaut hergibt. Der Bau von Minaretten ist verboten. Punkt. Grusel. Vom Import von Minaretten steht da nichts.

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