Todestag (1)

Gibt’s leider mehrere davon. Zu viele schon, viel zu viele. Achtundsechzig Jahre gibt es diesen Tag schon. Ganz gruseliger Tag für die Menschen. Uns besonders, die wir gerne Bücher lesen. Hörte vor zwei Jahr tatsächlich Schwämerei, über einen Stefan. Kannte ich sonst gar nicht aus dem Mund, über einen Stefan. Stefan auch, freilich. Mark schwärmt heute auch von einem Stefan, tippte den Namen vermutlich schon hundertmal in Suchfelder ein. Fand selten etwas Erbauliches. Über diesen Tag jedenfalls. Heute ist der achtundsechzigste Todestag von Stefan Zweig.

Trug existentialistisches Schwarz, wie der Kollege bemerkte. Wusste nicht, warum, verriet es auch nicht. Er hätte es auch nicht nachschauen können, die Internetenzyklopädie weist auf den neunzigsten Geburtstag der Volksmusiksängerin Maria Hellwig hin. Freilich erbaulicher als ein gruseliger Todestag. Kaum die Verurteilung der Mitglieder der „Weißen Rose“. Zum Tode selbstredend, heute vor siebenundsechzig Jahren. Drei wurden am gleichen Tag durch die Guillotine hingerichtet. Sehr gruselig. Gruselte mich vor vierzehn Jahren zum ersten Mal im Atrium der Universität München. Dort flogen Flugblätter, vor siebenundsechzig Jahren, selbstredend. Nach dreiundfünfzig oder auch siebenundsechzig Jahren ist das Atrium für mich nur der Ort, an dem Flugblätter flogen. Nur. Petrópolis nahe Rio de Janeiro nur der Ort, an dem sich Stefan und Charlotte Zweig das Leben nahmen. Sehr gruselig. Traurig, sehr, auch. Ruhe in Frieden.

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