zügeln

Für viel Geld würde ich vielleicht zügeln. Sehr viel. Vielleicht. Nicht, eher. Hatte überlegt, ob ich vielleicht für sehr viel Platz zügele. Aber der fehlt ja nur im Winter im Zürcher Oberdorf. Im Sommer ist’s ein kurzer Spaziergang zum See, vom See. Sehr kurzer. Schöner auch. Am See ist schön viel Platz für einen Leser mit einem Buch. Im Winter haben ein Leser und ein Buch einen schönen Platz unter einer Leselampe. Kleinen Platz, das Oberdorf ist allerdings ja auch klein. Gut so. Schön, auch.

Fünftausendfünfhundert Menschen leben im Züricher Kreis eins. Freilich nicht nur im Oberdorf, das Niederdorf gehört auch dazu, Lindenhof, City, Hochschulen auch. Dort gibt es aber auch schon gruselige zweistellige Postleitzahlbezirke. Auch, freilich, die anderen Bewohner haben die achttausendeins. Fünfhundert Menschen zügelten in den letzten drei Jahren weg aus dem Kreis eins. Schon auch gruselig, kenne neun, die in den Kreis eins zügelten. Keinen der wegzügelte. Werde vermutlich demnächst jemanden kennen, der wegzügelt. Jeder dritte Zürcher zügelt innerhalb von zwei Jahren. Bin kein typischer Zürcher, deshalb zügele ich vermutlich auch nicht. „Der Zürcher ist stetig auf der Suche nach einer neuen oder besseren Wohnung.“ Lese ich. Lese auch in diesem Sommer am See. Das kann niemand mit Geld kaufen.

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