deutscher Filz (1)

Im Gegensatz zu Aushang kann ich den deutschen Filz nicht unkommentiert stehen lassen. Obwohl das ja auch nur ein Aushang war. Wie Aushang, den muss ich nicht wohl nicht erklären, kann mich dem nur anschließen. Auch ein Deutscher wünscht sich von den Moslems, dass sie ihn mit den Christen nicht allein lassen. Sehr gruselig, dass so etwas überhaupt jemand schreiben muss. Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch.

Die lustigen Bewohner des Cabaret Voltaire schreiben auf Hochdeutsch. Den neuen Aushang. Der Ausdruck finanziert auch von der Stadt Zürich. Würde auch Franken überweisen, einen Drucker kaufen, Toner, Papier. Deutsche Professoren an Zürcher Universitäten, Hochschulen vermutlich auch. Akademische Räte, Doktoranten. Der deutsche Filz halt. „Der deutsche Filz“ – der nächste Coup der Initiatoren der Minarett-Initiative. Bin freilich zutiefst beeindruckt von der Argumentation, wurde aber von einem Schweizer auch schon gefragt, ob ich’s überhaupt noch hören kann. Ja, ich kann noch. Lache ja auch gern. Deutsches Lehrpersonal, von deutschen Hochschulen, die ja im internationalen Vergleich quasi auf dem hinterletzten Platz stehen, dort nicht einmal einen Ruf bekommt, ruft sich gegenseitig nach Zürich. Bringen freilich ihr akademisches Personal gleich mit, das würde ja in Deutschland von der Sozialhilfe, Entschuldigung Hartz IV, leben. Rekrutieren freilich auch noch Doktoranden aus Deutschland, bevorzugt. Auf keinen Fall Schweizer, grusel. Gruselig vielmehr, welche Argumentationskette da dem Menschen angelegt werden soll, der nicht in das akademische Mühlwerk gekommen ist. Professuren, hochdotierte übrigens auch, werden öffentlich ausgeschrieben. So richtig großes Kino mit Zeitung, Internetannoncen. Bewerben kann sich dann jeder, auch Nordamerikaner, Moslems freilich auch. Dann gibt’s ein lustiges Vorsingen, eine Berufungskommission, die die besten Kandidaten ruft. Freilich müssen sich auch die Besten bewerben. Hilft jedenfalls. Sonst werden schlimmstenfalls deutsche Kandidaten auf die Liste geschrieben. Schreiben freilich nur deutsche, wird unterstellt, nur Deutsche sitzen in der Berufungskommission, die freilich auch nur Deutsche rufen. Ist ja auch einfacher, muss man nicht Englisch schreiben, rufen womöglich noch. Gebe das Thema vielleicht auch etwas verkürzt wieder. Auch ja, vermutlich. Gibt ja aber auch Privatdozenten, Doktoren, die Zürich vielleicht auch ganz schön finden, den See auch. Aber ja auch ganz gern Geld verdienen, viel, auch. Gern, auch. Um zum Beispiel eine schöne Wohnung zu mieten, am See. In Zürich, freilich. Die lassen sich dann vielleicht auch mal nicht an die Universität, Eidgenössisch Technische Hochschule rufen, von Deutschen womöglich noch, sondern von einer lustigen Firma beschäftigen. Bekommen zum Beispiel doppelt so viel Geld wie an der Universität, Eidgenössisch Technischen Hochschule. Könnten sich dann auch eine Wohnung leisten, die schöne Riemenböden hat. Grüne Fensterläden. Oder auch nicht. Nicht alles kann man für Geld kaufen. Deutsche freilich gar nicht, Schweizer aber auch nicht. Da hilft nicht einmal Filz. Deutscher selbstredend nicht, Schweizer aber auch nicht.

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Ein Gedanke zu „deutscher Filz (1)

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