Kartenmischgerät

Gibt ja Menschen, die schon wirklich alles haben. Auch einen Honignehmer freilich. Der ist ja aber auch Standardrepertoire, langweilig für den Geschenkideenausdenker. Hat noch zwei Honignehmer in der Schublade. Hinterhand, quasi, Geschenk für Teetrinker, Honignehmer auch, Notfalls. Verschenkte zweimal auch schon eine Kartenmischmaschine, obgleich die Modellauswahl ja kaum eine Wahl lässt. Billig anmutende Kunststoffmodelle, diverse, drei circa. Mischmechanik ist bei allen dieselbe, ein Gummirad zieht Karten von zwei Stapeln auf einen. Die Stapelhöhen unterscheiden die Kartenmischgerätmodelle voneinander. Höllenlärm machen alle, hässlich sind auch alle, mit goldenen Zierrändern, darauf rote Herzen, Karos, schwarze Pik, Kreuze. Kitschig wie in Las Vegas. In Berlin gab es ein Kartenmischgerät, das mechanisch genau so unspektakulär mischt, aber mit dämpfendem Kunstleder bezogen ist. Mischt ruhiger, quasi. Sieht auch nicht ganz so kitschig aus. Ideal für den Geschenkideenausdenker, der verschenkt ja auch gern Dinge, die ihm selbst wohl auch gefallen. Schlichte. Aber auch schöne, mit Idee. Denn für einen runden Geburtstag ist ein doofes Kartenmischgerät freilich nix. Dann gibt’s sechszehn und eine Blume. Der Geburtstag war gestern. Vorgestern gab’s das verspätete Weihnachtsgeschenk. Das Kartenmischgerät. Gibt Menschen, die freuen sich, auch wenn sie jetzt zwei Kartenmischgeräte haben. Sonst ja aber auch schon alles.

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