Synthesizer


Der Regen störte etwas auf dem Heimweg. Er passe gar nicht zum Konzert, das war leicht, fast beschwingt. Den alten Herren auf der Bühne machte es Zürich leicht, Zürich zu unterhalten, begeistern, auch. Manchmal jedenfalls, bei der einzigen Improvisation des Abends nicht. Ausgerechnet inmitten dem Genuss der Stille. Zürich verlor den Takt, die Lust am Tanzen auf den Rängen, am Schwenken tausender Arme. Während der einen Improvisation. Freilich vom Synthesizer. Damit konnte ja keiner rechnen, beim Konzert von Depeche Mode.

Der Synthesizer spielte den ganzen übrigen Abend das, was Depeche Mode in schicke marmorierte Langspielplatten gepresst hat. Oder auch auf Silberscheiben. Feine Haarzellen hören vertraute Töne. Erkennen jedes Stück am ersten Akkord. Klingel bei „Personal Jesus“, startenden Motor bei „Stripped“, kreiselndes Blech bei „Behind the Wheel“. Fördert sicher die Plattenverkäufe. Musikdateiverkäufe vermutlich heute eher, ist aber auch jeden Rappen wert. Der Konzertbesuch aber auch, war schon lange mein Wunsch. Früher brach die Telefonzentrale beim Kartenvorverkauf zusammen, heute die Server hinter der Internetseite. Kein Fortschritt durch die neuen Medien, beim Kartenvorverkauf jedenfalls. Bei „Useless“ aus der „Kruder & Dorfmeister Session“ schon, die knistert lustig. Ab Werk, wäre kein Spaß, die zu digitalisieren. Restaurieren vielmehr, ist bei Depeche Mode aber auch fast unnötig, gab lange Zeit nur eine Abmischung von „People are People“ nicht auf CD. Dabei hat alles hat schön der Synthesizer eingespielt, analog zwar auch, irgendwann digital. Die stumme Plattenfirma lässt die Fans nicht im Regen stehen. Quasi. Danke dafür auch.

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