Biervielfalt

Biervielfalt gibt’s freilich nur in der Schweiz. Die passende Gesellschaft jedenfalls: die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt. Die musste zuletzt einen herben Rückschlag hinnehmen. Paff. Die gruseligen ausländischen Biere werden häufiger und mehr getrunken als die Schweizer Biere. Verkneife mir das Adjektiv vor den Schweizer Bieren. Grusel. Acht von zehn in der Schweiz getrunkenen Bieren braute eine Schweizer Brauerei. Die anderen zwei brauten gruselige ausländische Brauereien. Dass zwölf der neunzehn Schweizer Brauereien auch gruseligen ausländischen Brauereien gehören, verschweigt die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt freilich. Ist ja auch gruselig. Die Biere freilich auch, obwohl es Schweizer Biere sind.

Im Ausland will freilich niemand Schweizer Bier trinken. Nur noch fünf Millionen Liter wurden exportiert, eine Million floss mehr in der Schweiz. Denn der Bierkonsum blieb konstant: Frau Schweizerin und Herr Schweizer tranken jeweils fast sechzig Liter. Nur Bier freilich, vom Appenzeller Alpenbitter ganz zu schweigen, schreiben vielmehr. Aber darauf hat ja die großartige Eidgenössische Alkoholverwaltung – kurz EAV – ganz sicher ein Auge. Freilich nicht zu verwechseln mit einer EAV, die ja auch ganz großartig ist.

Lustig ist die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt aber ja schon auch: Das hierzulande am häufigsten getrunkene Bier ist das „Mirau“: Nimmt die Kellnerin am Tisch die Bestellung auf, sagt der erste: „eine Stange“ und alle anderen bestellen: „Mirau!“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s