Umfrage

Möchte gern auch einmal gefragt werden zur Attraktivität von Ländern, dem politischen Klima, der touristischen Anziehungskraft, der Lebensqualität. Gut, würde vermutlich nicht so viele repräsentative Sätze sagen. Keinen: Italien? Gibt’s das nach dem Fußballsommer zweitausendsechs überhaupt noch? Nordamerika? Gibt’s doch erst seit einem Jahr wieder. Österreich? Dort wurde jemand ganz nettes geboren, er musste aber fliehen. Das ist ganz gruselig. Belgien? Die leckersten Pommes der Welt. Dänemark? Die machen die besten Ølvæksel der Welt. UmfrageDeutschland? Hui, schwierig. In einer kleinen Stadt weht immer der Wind, in einer großen der Föhn. Der eine manchmal so stürmisch, dass ich mich dagegen lehnen kann und nicht umfalle, der andere immer schön blau. Warm auch. Schweiz? Ganz klar: Schon am Morgen gibt’s ein Möwenkonzert, ein Handtuch mit Seeduft.

Freilich schwierig, aus solchen Sätzen skalierte Daten für ein arithmetisches Mittel, eine Korrelation, eine Faktorenanalyse zu extrahieren. Dafür pressen Sozialwissenschaftler und Statistiker Sätze von hochwichtigen Vielreisenden und Werbetreibenden in eine Skala. Wie passen da die Pommes hinein? Sieben von sechs. Möwenkonzert? Neun von sechs. Drei Kästchen auf den Fragebogen gemalt, um die Frage richtig beantworten zu können. Der Teilnehmer hat kein Kreuz in einem der sechs Kästchen gemacht, er wird aus der Umfrage ausgeschlossen. Hat die Fragen offenbar nicht verstanden. Dann darf sich bitte aber niemand wundern, dass Nordamerika das Land mit der höchsten Reputation ist.

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