Das Rote Buch

Das Rote Buch1Ab heute gibt’s ein neues Buch. Zu lesen, anzuschauen, auch. Ein Buch, auf das die Welt fast fünfzig Jahre warten musste. Ein Buch bedeutet auch Renommee, bei diesem hatte jemand Angst, es zu verlieren. Ließ die Menschen warten, Freunde auch, Psychologen auch. Hab’s freilich nicht vermisst im Studium, Freud hat genügt. Hätte auch eine Übersetzung gebraucht, einen Kurs in Traumdeutung auch. Jena hätte auch Geld gebraucht, um es zu kaufen. Dreihundertfünfzig, damals Deutsche Mark. Viel billiger war „Das kleine rote Buch“, aber ja auch ganz gruselig. Heute auch noch viel billiger, für den Kindle sogar gratis. Nur ja das Überspielen nicht, lese ich, kostet einen Dollar. Wird freilich aufgerundet, großzügig, vermutlich. Vielleicht lohnt doch ein Blick in „Das kleine rote Buch“, auch.

Das Rote Buch2Der Blick lohnt unbedingt in „Das Rote Buch„. Carl Gustav Jung kalligraphierte, zeichnete und malte es. Sein Tagebuch, dem er Tagträume und Nachtträume anvertraute. Gedanken über die Tagträume, Nachtträume freilich auch. Jung beschreibt und bemalt ein sechzehnjähriges Experiment an sich selbst. In seinen Worten, Bildern, subjektiv, freilich. Auch wegen der Subjektivität überwarf sich der Schweizer Jung mit seinem österreichischen Lehrer Sigmund Freud. Jungs Tiefenpsychologie ist sachlich und objektiv, Freuds Psychoanalyse hat an Sachlichkeit und Objektivierbarkeit kein Interesse. „Das Rote Buch“ dokumentiert als einziges seiner Werke das rein subjektive Arbeiten Jungs, die „Reise ins Unbewusste“, wie es schrieb. Malte und zeichnete, auch.

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3 Gedanken zu „Das Rote Buch

  1. das hätte mich auch gewundert wenn die Veröffentlichung an Dir vorübergeht. hab beim lesen des Artikels in der SZ vom Wochenende an Dich gedacht ;-)

  2. Erstaunte mich, davon gelesen zu haben. Freilich in keinem schönen Buch, in einer Zeitung. Buchverbot im Tram, quasi.

    Das Rote Buch ist zu groß für das Tram, zu schwer für die Hand auf der morgendlichen Wandung. Zu schwere Kost, auch, selbst für einen Hobbypsychologen. Der liest lieber von Abfalleimern. Oder auch.

  3. Ich freu mich sehr über das Buch.Bin eine Liebhaberin von Jung,seine werke,seine Ideologie,seine Menschlichkeit,alles:)

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