Kübel

KuebelDas nennt sich ja vermutlich künstlerische Freiheit. Der Stadt Zürich schöne Segelboote vors Stadthaus zu legen. Vors Fraumünster ja auch, unter der Grossmünsterbrücke passen die Boote dann offenbar aber auch mit überschwänglicher künstlerischer Freiheit nicht hindurch. Freilich halb so schlimm, passten die Segelboote doch nur unter der Quaibrücke hindurch. Mit gelegtem Mast, notfalls. Sähe gerne lustige Segel im Lüftchen flattern. Segel mit rotem Strahl und Stern, mit zwei Wellen, einem Beil, einem Vogel. Flattern, wo selten Wind weht. Vor dem Bellevuehaus, der Wasserkirche, dem Frauenbad, dem Bauschänzli. Hörte gerne Fallen klingen, wenn die Segel eingeholt sind. So, wie es der Künstler sah, hörte sicher auch.

Herr Peter Seiler malte das Motiv „Stadt Zürich“ auf den Topf in der „Gartencity“. Zürich ist gemeint, mit der „Gartencity“, schrieb schon davon: Zweihundertneunundneunzig andere Töpfe – freilich mit anderen Motiven – waren im Sommer in der Stadt verteilt. Nur die Stadt Zürich als Motiv wäre vielleicht langweilig. Schrieb zweihundertsechzig Anekdoten über Zürich. Langweilig? Zürcher sind offenbar gelangweilt von den Kübeln. Der Hammer fiel nicht einmal für jeden Zweiten. Zahlten nicht einmal den Selbstkostenpreis von tausendeinhundert Franken. Die Bemalung auch nicht, die Mehrwertsteuer freilich auch nicht. Die Auktion war für die City Vereinigung Zürich trotzdem ein Erfolg. Ja auch, mit überreichlicher künstlerischer Freiheit interpretiert.

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