Verhaltenskodex

Verhaltenskodex1Kodex schreibt man ja mit k, die hippe Deutsche Bahn und der sportliche Deutsche Fußball-Bund ja nicht. Schreiben einen Verhaltenscodex für bahnreisende Fußballfans. Der Verhaltenskodex ist ja im Internet schwierig zu finden, hängt auch nicht aus, auf Bahnhöfen, in Stadien des Deutschen Fußball-Bundes. Dann wird’s aber auch schwierig für Fußballfans, sich nach dem Verhaltenskodex zu verhalten, die Herren von der Bahn, dem Fußball-Bund. Die wollen den Verhaltenskodex auf Handzetteln verteilen. Verhaltenscodex, Entschuldigung. Der Kodex enthält neun Regeln.

Erstens Rücksicht auf Mitreisende, zweitens maßvoller Alkoholkonsum, drittens vermeiden von Beschädigungen und Verschmutzungen, viertens den Eisenbahnbetrieb nicht stören, fünftens sich nicht an Provokationen und körperlichen Auseinandersetzungen beteiligen, sechstens keine Solidarität mit Straftätern, siebtens die Polizei- und Ordnungskräfte an der Durchführung ihrer Maßnahmen nicht behindern, achtens keine Pyrotechnik in Bahnhöfen zu Zügen verwenden, neuntens bei Fehlverhalten von mitreisenden Fußballfans nicht wegschauen.

Oder auch. Erstens auch mal nach vorn schauen. Zweitens Alkohol immer nur aus Maßkrügen trinken. Drittens sind Beschädigungen und Verschmutzungen immer vorsätzlich, da gibt’s nix zu vermeiden. Viertens wird’s wirklich schwierig, den eh schon massiv gestörten Eisenbahnbetrieb noch weiter zu stören. Auf der Strecke von Köln nach Montabaur hielt der sauteure ICE auf offener Strecke, der Zugführer stieg aus, lief um den Zug – zum Glück nur eine kurze Komposition – und fuhr nach zehn Minuten weiter. Die Verspätung hatte sich schon auf zwanzig Minuten summiert, die Reise dauert dreißig. Fünftens kann man sich nicht beteiligen, wenn es gar nicht stattfindet. Sechstens heißt freilich, dass jeder Sitznachbar bitte in Zukunft sein polizeiliches Führungszeugnis dabei hat. Angst. Will ja keinesfalls gemeinsam mit einem Straftäter die deutsche Nationalmannschaft anfeuern. Pyrotechnik würde ich freilich auch anfeuern, wenn ich die schon nicht verwenden darf. Aber freilich mag ich achtens auch keinesfalls jemanden stören, der etwas zur Durchführung bringt. Und neuntens würde ich freilich auch hinschauen und nicht nicht wegschauen.

Verhaltenskodex2Schaute hin und beklatschte Schnix, die Nationalmannschaft, am Tag des Fairplay. Sah ein gutes Spiel ohne eine einzige Karte, ohne Schnix freilich auch. Ja leider. Der Ball war sein Freund, ist es hoffentlich weiter. Der Gegner nicht sein Feind, sein Freund freilich auch nicht so richtig, wollte er doch verhindern, dass Schnix mit seinem Freund spielen kann. Hinderte ihn ja häufig, Bernd „Chancentod“ Schneider. In Anführungsstrichen aber. Schoss vier schöne Tore in einundachtzig Länderspielen, das erste zum acht zu null gegen Saudi-Arabien vor sieben Jahren, das letzte vor zwei Jahren zum eins zu eins gegen Rumänien. Kapitän Schneider steuerte das Schiff Nationalmannschaft damals noch zu einem Dreizueinssieg. Danke dafür auch.

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