Achterbahn

Die kann ja auch das Leben sein. Aufwärts geht’s mit viel Schwung, oder auch mit den Rädern. Langsamen Rädern, die mühsam drehen, Widerstand überwinden, ruckeln. Den Fahrgast durchschütteln, ihm Respekt vor der Auffahrt abringen. Vor dem, was auf dem Gipfel folgt, auch. Wie im Leben, aufwärts geht’s langsam, mit großem Kräfteverschleiss, oder eben mit viel Schwung. Wie von selbst, wie auf der Achterbahn. Auf ihr geht’s nur schwungvoll aufwärts nach der Abfahrt, aus dem Kopfstand etwa. Oder auch der steilen Schussfahrt. Abwärts, nach der Auffahrt. Kann freilich nicht immer nur aufwärts gehen, auf der Achterbahn, dem Leben ja auch nicht. Auf den Gipfel verharren wäre zu schön, keine Kraft aufwänden, keine Talfahrt fürchten, kreischen, Augen weit geöffnet. Sich mit ausgestreckten Armen dem Gipfel entgegen recken. In Erinnerung an das Wohlbehagen, den schönen Ausblick über die Täler. Gleistäler, Täler des Lebens ja auch.

AchterbahnSah zwei Öcher auf einen ganz hohen Gipfel fahren, im Fahrstuhl, im blauen Automobil, auf dem Dach des Schwimmbades. Dort stand die Achterbahn, mit zwei Fahrern, die Schwung holen für die Kurven. Der Achterbahn, des Lebens auch. Zwei anderen fehlt der Schwung, das ist ganz gruselig. In die Achterbahn stiegen sie nur ein, wenn sie in entgegengesetzter Richtung abfahren könnten. Kollision garantiert. Fuhrt hunderte Achterbahnen kollisionsfrei, fahrt hunderte mehr kollisionsfrei.

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