Hungerlohn

HungerlohnNun wird die Welt schon in doppelstöckigen Hamburgern vermessen. Vermessen auch. Von der größten Schweizer Bank. Die hat das freilich gar nicht erfunden, die Erfindung ist auch schon alt. War eine Redaktorin des Economist vor dreiundzwanzig Jahren. Trotzdem gruselig, der Hamburger-Index. Chicago, Tokio und Toronto haben ja den niedrigsten Hamburger-Index: satte zwölf Minuten malochen für einen Doppelstockhamburger. Zürcher Malochen fünfzehn, Münchner zwanzig Minuten. Lustige Hamburger wurden gar nicht gefragt, wären ja auch doof, für einen Hamburger zu malochen. Quasi. Einstöckig genügt ja. Für den Doppelstöcker malochen Kenianer in Nairobi lange hundertachtundfünfzig Minuten – über zweieinhalb Stunden. Hungerlohn. Das ist extrem gruselig, denn Kenianer werden nicht einmal satt. Zürcher freilich auch nicht, die Einwohner Chicagos sicher nicht.

Im Hamburger-Index geht ja von einem Doppelstockhamburger aus, den es weltweit in vergleichbarer Größe, Qualität und Zusammensetzung gibt. Größe ja, Zusammensetzung auch, aber Qualität? Überall auf der Welt? Auch wenn Schweizer Doppelstockhamburger aus zweimal fünfundvierzig Gramm leckerem Schweizer Rindfleisch, zwei Scheiben leckerem Schweizer Käse und leckerem doppelt teilten Sesambrötchen gefertigt werden, ist das noch lange keine Qualität. Das ist und bleibt gruselig. Seit zweiundvierzig Jahren. Ist das die Antwort? Angst.

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