Uhrencup

Uhrencup1War zweitausend Besucher zu spät, um auch eine Uhr zu gewinnen. Bei der Zuschauerverlosung in der Uhrenstadt. Grenchen. Im Schweizer Mittelland, Niemandsland auf Berndeutsch, lies ich mir sagen. Liegt auf halbem Weg zwischen Bern und Basel. Beide spielten beim Uhrencup, Basel ja mit einem ganz gruseligen Trikotsponsor. Die einheimische Uhrenindustrie wirbt auf keinem Trikot, nicht einmal mit der Bahnhofsuhr. Nur auf dem Stellwerk, dort aber auch nur mit Buchstaben. Ganz dekorativ wäre ja eine Breitling als Bahnhofsuhr, quasi. Die bekommen nun vermutlich Basler Spieler, als Entschädigung quasi. Für den gruseligen Trikotsponsor. Und die lange Reise ins Schweizer Niemandsland. Mittelland, Entschuldigung.

Uhrencup2Der Zug fährt eine Stunde von Zürich nach Grenchen. Kann aber auch vorher aussteigen, in Solothurn etwa. Lohnt sich, hörte ich. Verzichtete aufs Aussteigen, auf der Rückreise dann aber nicht mehr. Beim nächsten Mal auch auf der Hinreise nicht mehr. Wohl dem Grenchner, der eines von sechs Tagesgeneralabonnements kauft. Städtische Generalabonnements. Die Stadt lädt ihre Bürger aus, quasi. Für fünfunddreißig Franken den ganzen Tag weg aus Grenchen. Dringend, vermutlich. Muss schon sehr gruselig sein, wenn nicht gerade um den Uhrencup gespielt wird. Obwohl vermutlich jeder Grenchner ganz genau weiß, was ihm die Stunde geschlagen hat. Ganz genau und ganz teuer. Kaufte vor zwanzig Jahren eine teure Uhr. Schweizer, freilich. Nicht aus Grenchen. Bin froh, zweitausend Besucher zu spät in Grenchen gewesen zu sein.

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