Züri-Sack

Zueri-SackAngst in Zürich. Vor gruseligen gefälschten Züri-Säcken. War die Schlagzeile der Tageszeitungen. Die Redaktoren schrieben über Schurken, die schon Mitte April aufgeflogen waren. Reisten ein in die Schweiz aus Österreich, wurden trotz Schengen kontrolliert. Die Grenzwächter inspizierten das Reisecar, Schweizerdeutsch für Automobil. Gruselig. Das Automobil transportierte auch acht Kartons mit Züri-Säcken. 1.800 Züri-Säcken. Die Reisenden gaben zu Protokoll, die Züri-Säcke für ihren Abfall gebrauchen zu wollen. Züri-Sack lebenslang, quasi. Freilich blöde Ausrede, die freilich ein Grenzwächter nicht glaubt. Die Grenzwächter glaubten auch nicht, dass die Reisenden unbedingt Züri-Säcke importieren müssen. Gibt ja genug Züri-Säcke in schönen Zürcher Läden. Die Zürcher Männer mit den großen Lupen suchten und fanden: die 1.800 Züri-Säcke sind gefälscht. Ausrufezeichen. Angst, vor noch mehr gefälschten Züri-Säcken. Die suchten freilich die Männer mit den großen Lupen. In Zürich. Fanden 13.000. Riesen Reibach, quasi, ein Züri-Sack kostet 2,20 Franken. Der gefälschte vermutlich auch. Tausende gefälschte wurden in den vergangenen sechs Monaten verkauft, erzählen die Männer mit den großen Lupen. Ihre Expertise der gruseligen gefälschten Züri-Säcke ergab, dass die Säcke am Zugband Mängel aufweisen und dort rascher reissen. Angst. Auch unterscheiden sich die Fälschungen vor allem durch die Farbunterschiede. Unterscheidende Unterschiede quasi. Auch, vermutlich. Auch: „Der echte Züri-Sack ist aus weissem Material mit blauem Bändel und ist blau bedruckt. Bändel und Aufdruck sind vom selben Züri-Blau. Die Fälschungen sind dunkler bedruckt als die Farbe des Zugbändels.“ Da haben die Männer mit den großen Lupen aber ganz genau hingeguckt. Trotzdem Angst, die will Zürchern die Zürcher Abfallentsorgung nehmen. Käufer gefälschter Züri-Säcke sollen die gefälschten Züri-Säcke einsenden und kriegen echte zurück. Kostenlos freilich. Denn in den gefälschten Züri-Säcken kann der Abfall nicht korrekt entsorgt werden, lese ich. Freilich. Sind ja nicht schön Züri-Blau bedruckt, dann klappt die Abfallentsorgung freilich nicht. Angst vor gefälschten Züri-Säcken. Schicke meine sofort ein, dann kann ich sicher sein, keine gruseligen gefälschten Züri-Säcke zu haben.

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4 Gedanken zu „Züri-Sack

  1. besser so. ehe sich eine Müll-Lawine aus falschem, leichter reißendem Säckli auf der schönen Treppe im Haus oder gar auf Riemenböden ergießt ;-)

  2. So sehr ich normalerweise über die Blogs schmunzeln kann – aber hier geht mir jeglicher Humor ab. Ich fürchte nicht so sehr, dass aufgrund des hellblauen Bändels die Abfallentsorgung im Hagenholz nicht mehr so richtig schön funktionieren könnte, und dass die Stadt Zürich nun etwas weniger verdient hat, geht mir auch ab. Aber leider hat der serbische Afallsack-Produzent auch dünneren Plastik und schlechtere Verschweissungen gewählt. Das hatte den Effekt, dass ich monatelang jeden Sack zukleben musste, weil der Bändel schon nur beim blossen Gedanken ans Zubinden immer gerissen ist. Damit könnte man ja auch leben, aber leider ist der ganze Plastik dann meistens auch gerissen oder durchstochen worden, worauf man mit dem Sabber vom eigenen Güsel eingeschlubbert wurde beim runtertragen.
    Daher, lieber Verfasser, wie auch lieber serbischer Betrüger: Ihr seid wohl beide in der komfortablen Lage, noch nie einen Müllsack selber nach unten gebracht zu haben, Mami oder Ehefrau sei Dank. Geniesst es, aber macht euch bitte nicht lustig über die Deppen, die für diese Drecksarbeit auch noch 2 Fränkli pro Sack bezahlen dürfen!
    Danke und Gruss und so.

  3. @Schmidden: Trage freilich den Züri-Sack nicht über schöne Riemenböden. Über die Treppe freilich schon, durchs schön geflieste Treppenhaus ja auch.

    @Mümi: Trage freilich jeden Züri-Sack selbst hinunter, aus dem vierten Stock, ohne Aufzug freilich. Mein Spott galt aber nicht den Käufern und Trägern gruseliger gefälschter Züri-Säcke, Entschuldigung. Verspottete die Produzenten mit der quasi großartigen Geschäftsidee, die Männer mit den großen Lupen und den investigativen Recherchen, die Redaktoren mit quasi reißerischen Reportagen.

  4. Pingback: Güselsack « oder auch

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