Krängung

Kraengung1Hat freilich nix mit kränkeln zu tun, Boote werden ja nicht seekrank. Seefahrer schon, in Zürich indes selten. Selten weht ein Wind, in dem Boote sich krängen, ihre Passagiere seekrank werden könnten. Mancher wird ja schon seekrank, wenn er vom Steg aufs Boot steigt. Angst, auch ohne Wind. Der weht seit Tagen, aus Nordnordost. Südländer würden sagen, er stürmt. Würden nur mit der Genua das Anlegemanöver segeln. Segelten es auch, die Genua schlug, als sie im Wind standen. Lehrbuchmäßiges Anlegemanöver, auch das Großsegel hätte geschlagen. Es war schon gefallen, behinderte nun vermutlich den Vorschoter, weil es an Deck herumlag. Er klagte freilich nicht lautstark, fehlt die Übung. Für die Übung bräuchte es ja Wind. Der geht selten, stürmte nie, seit fast einem Jahr. Sturm geht, wenn sich Schleswig-Holsteiner gegen den Sturm lehnen können, ohne umzufallen.

Kraengung2Damit Boote nicht umfallen, nur krängen, steigt der Vorschoter ins Trapez. Der Rudermann auch, die Ruderfrau freilich auch, idealerweise. Im Trapez ist’s schöner als fliegen. In der Waagerechten übers Wasser zu schweben, mit einem Nicken den Hinterkopf einzutauchen, den Wind um die Nase wirbeln zu spüren. Sonnenbeschienen von oben und unten, Regen stört im Trapez aber auch nicht groß. Nass wird’s meist eh, die Stiche im Gesicht stacheln nur an, dem Regen davonzufahren. War selten nötig, in Schleswig. In Zürich heuer gar nicht. War freilich auch gar nicht segeln, nur lesen, im Mondschein.

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