Bonzen klatschen

bonzen-klatschenHeißt Sechseläuten im Volksmund. Schweizerdeutschen nicht, Züritüütschen auch nicht. Hochdeutschen, sagt der Zürcher Chefredaktor. Werden ja Bonzen beklatscht, Zürcher, weiß der Chefredaktor. Die Zünfte marschieren von ihren Häusern – auch am Limmatquai, im Lindenhofquartier und in gruseligen zweistelligen Postleitzahlbezirken – zum Bellevue. Zum Sechseläutenplatz. Sonst hätte der ja auch einen anderen Namen bekommen können. Vor zweiundsechzig Jahren. Früher standen Zürcher am Straßenrand und klatschten. Beklatschten auch die reichen Zunftmitglieder. Erfreuten sich vielleicht der schicken Kostüme, Damen der schönen Pferde. Wie heute noch. Heute standen viele Zürcher, Neu-Zürcher und Nicht-Zürcher auf dem Sechseläutenplatz. Am Sechseläutenplatz vielmehr, denn betreten haben ihn nur die Zunftmitglieder. Beritten freilich auch. Ritten um den Böögg.

Ritten auf total sedierten Pferden, erzählt der Chefredaktor. Beim Bonzen klatschen. Anfang der 80-er Jahre. Selbst Böller scheuchten die Tiere nicht auf. Die hochgerüsteten Polizisten auch nicht. Die quasi nicht ausgerüsteten Bürger gegen die hochgerüstete Kantonsmacht, die Zünfte schützt. Gegen üble Bonzenklatscher. Angst, auch, etwas.

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