Rotphase

rotphaseDie Rämi-Strasse bergan. Privatbank, Antiquariate, Galerien, Werbeagenturen liegen links. Rechts rauscht und stockt die Blechschlange, berab, daneben kreischt das Tram, bergauf. In der leichten Linkskurve, drei Trambahnen, schlendere auf dem geteerten Bürgersteig. Breiten. Selten ein Passant zum Ausweichen. Mehr Halteverbotsschilder. Zwei. Fußgänger mit leeren Augen morgens um sieben. Auf der Überholspur, forschen Schrittes bergan. Zum Kunsthaus, zur juristischen Bibliothek, zur Uni, zur ETH. Muss gar nicht so weit. Sie hält nur die Ampel auf, am Zebrastreifen über den Hirschgraben. Der ist auch in den Himmel gebaut, dort. An der Ampel. Mir gleichgültig, ob sie rot, orange, grün leuchtet. Passanten rufen aus, bei rot. Eilen bergab, bei rot. Die Rotphase ist zum Stehen da, lehrte der Stürmerstar. Das Tram quietscht am Berg, Fußgänger erstarren, Gaspedale verharren.

Stille. Höre Stille. Überwältigende Stille.

Benebelt hinüber, bei orange. Grünphase verpasst, beindruckt von der Stille. In der Rotphase. Wandle zum Heim-Platz, ohne Gedanken, ohne Blick, ohne Gehör. Über die Ampel, gewartet auf grün. Unter kahlen Bäumen verhallt der Ton der Stille. Der Tag beginnt, in Zürich.

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2 Gedanken zu „Rotphase

  1. Danke für den Stillstand. Stand still in der Stille, ja. Sie war aber kein Stillstand. Sie überwältigte, Gedanken nahmen Reißaus. Schön, wie sich Stille anhört, tönt, auf Schweizerdeutsch. Schön auch, Stille hören zu können.

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