Zitat (9)

Aber wie die leere Muschel dröhnt vom Tosen des Meeres, so rauscht innen unhörbar Musik, fremder und herrlicher, als er sie jemals vernommen.

Schreibt Stefan Zweig über Georg Friedrich Händels Auferstehung in „Sternstunden der Menschheit“. Herrlich. Einfach herrlich. Herrlich kann man nicht steigern, auch wenn der Duden das anders sieht, Stefan Zweig es hier steigert. Braucht man nicht steigern. Herrlich ist herrlich. Ein Wort wie ein warmer Sommerregen, der sanft vom Unterarm perlt, wie Wandern durch nebelverhangene Gassen, kühle Nässe auf den Wangen, wie salzige Luft, die die Nase umschmeichelt, der Sand unter jedem Schritt nachgebend. Dafür muss man reisen, warten. Auf die Jahreszeit, das Wetter, den Wind. Oder lesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s