Etikett

Wohl dem, der eine Flasche hochprozentigen Alkohol im Haus hat. Zum Säubern, Entrosten und Ablösen von doofen Etiketten. Preisschildkleber sind freilich die natürlichen Feinde des Geschenkideenausdenkers. Auf die schönen Geschenke kleben sie Preisschilder, die der Ideenhaber mühsam wieder ablösen muss. Gebrochene Etiketten vielleicht noch, damit kein lustiger Käufer die Preisschilder vertauscht, nur weil ihm der Preis zu hoch ist. Oder Etiketten mit Chip, der hinterlistige Schurken am Diebstahl hindert. Geht doch so einfach: Der Strichcode verrät den Kassierern den Preis, dem Beschenkten bleibt er verborgen. Der Geschenkideenausdenker ist froh, er hat Zeit, an neue Geschenkideen zu denken und muss nicht doof Etiketten ablösen. Außerdem ist der Preis ja gleich, mag er ja nur mit seiner Geschenkidee einem Menschen eine Freude machen. Gibt nicht viel Schöneres.

etikett1Freilich hat der Gedenkideenausdenker ja auch mal eine schöne Geschenkidee für sich. Eine Idee heute war nicht mal verpackt, trug freilich kein Preisschild. Etiketten kleben nie auf den Geschenkideen anderer Menschen. Über die freut er sich, auch, sehr. Auch das Treppensteigen in den elften Stock kann ein Geschenk sein, tatsächlich. Ein ungetragenes weißes Hemd auch, plus Buch. Muss ja nicht ein Bestseller sein. Gruselig genug, wer etikettieren muss, dass sein Buch ein Bestseller ist. Trottelige Schweizer Bücherhändler bekleben jedes schöne Buch mit einem Preisschild. Handeln freilich gar nicht, der Preis ist fix. In Zürich immer höher als in München, sei das Buch noch so schön. In München gibt’s dafür ganz gruselige Regale, ohne das Paradies unter Z.

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6 Gedanken zu „Etikett

  1. Kultur war gestern. In deutscher Sprache müsste es sowieso Verkaufsschlager oder Erfolgsbuch lauten, statt „Bestseller“.
    Die Buchpreisbindung, wie sie auch in Deutschland praktiziert wird, hat durchaus seinen Sinn. Im Gegensatz zu anderem Ländern – in denen die Gewinnmaximierung die Lebensmaxime ist, soll sie sicherstellen, dass das Kulturgut Buch auch in entlegenen Regionen, wo erhöhter Logistikaufwand zu höheren Preisen führen würde, für den Bürger erschwinglich ist.
    So schön und sinnig, im Sinne des Volkes, können Gesetze sein.

  2. Danke für das Buchpreisbindungsgesetz. In der Schweiz machen sich die Händler strafbar, wenn sie nicht handeln. Buchpreise sind trotzdem meist fix. Doof für den, der gern zum Buchkauf in die Buchhandlung geht. Schroeder ist doof.

  3. Pingback: Ablösbare Etiketten - Ist das so schwierig? « Kennzeichnungsbranche.de

  4. Wenn die glatte Oberfläche eine Glasscheibe ist und es macht „Krack!“ …dann war es ein nicht ablösbares Etikett – ist ganz einfach :)

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