Kristallschmuck

Einen weißen Becher verziert der Designer mit hellblauen, hellgrünen, rosa Schmetterlingen, vielleicht will er sogar Künstler genannt werden. Gleichfarbige geschliffene Kristalle deuten Augen auf den Flügeln an. Flattern den Becher hinauf, vielleicht ein Dutzend Schmetterlinge. Becher aus edlem chinesischem Porzellan, nicht aus billigem Steingut. Respekt. Für so viel Geschmacklosigkeit. Grusel, auch.

SwarovskiVom Kristallglasschleifer stammt der Baumschmuck auf dem Zürcher Christkindlimarkt. Im Bahnhof. Der größte überdachte Weihnachtsmarkt Europas. Mit einer 15 Meter hohen Fichte. Sie muss 21.000 geschliffene Kristalle tragen, hunderte Girlanden. Die Arme. Ihr schönes grünes Kleid überstrahlt von blauen, grünen, roten Blitzen. Im Scheinwerferlicht. Drei Meter hohe Plexiglasscheiben verhindern, dass Menschen, Glühweintrinker das Baumharz schnuppern, Kinderhände Fichtennadeln berühren. Der Stamm umringt von Ausstellungsfläche, kristallene Kerzenständer, Engelchen, Eisvögel darauf. Hinter Plexiglas freilich auch, könnte ja jemand mitnehmen. Preise fehlen selbstredend, den Schock gibt’s am Verkaufsstand daneben gratis. Nicht geschenkt, ich würde Geld dafür nehmen. Entsorgen kostet schließlich auch. Wie heißt grottenhässlich auf Schweizerdeutsch?

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