Seckli

Ist freilich reines Schweizerdeutsch. Berner und Zürcher waren sich indes uneins über die Rechtschreibung. Seckli oder Säckli. Kamen überein, Seckli ist richtig. Der Redaktor dankt für die Schweizerdeutschnachhilfe, weit gereistes Bayernmitglied an der Eckfahne. Glückwunsch auch zur brillanten ersten Halbzeit. Von München.

Auf der Wies’n gibt’s sehr gruselige Lebkuchenherzen mit Zuckerschrift. Schrieb‘ dort heuer die Erkenntnis des vergangenen Jahres auf: Zimt mag ich ja auch ganz gern. Tatsächlich auch. Seit Aachen. Einem abendlichen Festmahl mit Zimt und Zucker, spätabendlichen. Sehr spät. Aber lecker.

seckli1Von Dienstag bis Freitag verkauft mir die Bäckersfrau vom Oberdorfbeck allmorgendlich ein Amaretti. Ein. Werde nie ein Foto machen können, so lecker ist das. Im Advent auch am Samstag. Zimtsterne gibt’s auch nur im Advent. Im Seckli. Ob ich noch einen Sack bräuchte, fragte die Bäckersfrau heute. Der Beutel sei genug, ich bauche keine Tüte, war meine Antwort, der ein verdattertes Gesicht folgte. Auf Schweizerdeutsch gibt’s weder Beutel noch Tüte, lernte ich. Kleine Unterschiede zum Hochdeutsch gibt’s doch. Nur Seckli und Sack. Habe nur ein Seckli Zimtsterne, bereue vermutlich nach dem ersten Stern, nicht einen Sack mitgenommen zu haben. Immerhin gibt’s ein Foto. Einen Grund, sich auf den Freitagmorgen zu freuen, auch. Der heißt Amaretti.

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5 Gedanken zu „Seckli

  1. Seckli, Amaretti und auch nettes Seewasser muss sie verzollen. Er darf kein schönes breites Sofa, keinen gemütlichen Sessel oder ein flitzendes Bötchen in die Schweiz einführen. Würde er wohl gern, auch. Dann würden ihn die Zöllner aber wohl trotz Schengen kontrollieren. Ohne die drei Utensilien braucht er den Ausländerausweis nicht mehr, denn die Personenkontrollen fallen weg. Schengen gilt aber auch für die Verbrecherjagd. Angst, auch, etwas, vor dem Ideenschmuggel des Geschenkideenausdenkers. Oha.

  2. „Seckli“ ist wie „Hotel de Ville“ in Frankreich – man kann’s leicht falsch verstehen. Meine Schwiegereltern dachten jedenfalls vor ein paar Wochen, also sie in eine Schweizer Apotheke ein „Seckli“ angeboten bekommen haben, an einen besonders gastfreundlichen Apotheker und freuten sich schon auf ihr Glas Sekt ;-)

  3. Bin ich als inbrünstiger Sekthasser quasi froh um jeden Seckli, das mir die Schweizer anbieten. Damit geizen sie wirklich nicht. Zu meinem Glück mit Sekt, auch.

  4. Aber Vorsicht bei „Duft-Seckli“, das hat eher was mit lustigen Zigaretten zu tun.

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