Bilderrahmen

Zürcher Bürgersteige sind geteert. Wohl dem, der rutschfestes Schuhwerk trägt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen. Trägt er auch noch einen Spiegel, lang und schmal, schwer auch, ist er besonders rutschgefährdet. In der Achterbahn für Rollstuhlfahrer, geteert freilich auch, ohne Handlauf aber. In der Altstadt liegt netterweise Kopfsteinpflaster. Dort sind die Wege aber auch kurz für den Spiegelträger.

bilderrahmenDer hat einen Tag zu lange gewartet mit der Bilderrahmensuche. Wie immer erst die Arbeit, die anderen auch. Von denen half freilich keiner beim Tragen. Durch den Schneeregen, der gestern nicht fiel. Heute aber den ganzen Tag, quasi ideal für Bilderrahmentransporte. Noch besser für Spiegeltransporte, die sind noch etwas schwerer. Hatte auf einen hölzernen Bilderrahmen spekuliert, nur den Rahmen, ohne Bild, Passepartout und Glas, notfalls auch restaurierungsbedürftig. Es gab zwei Bilder mit 1,30 Meter Länge, beide mit gefrästem, silbernem Rahmen. Grusel etwas. Auch wegen der Motive: Alm mit Bäumen, Blumenbeeten und Kühen, schneebedeckte Berge im Hintergrund, blauer Himmel freilich. Panorama bietet sich an beim Querformat. Fürs Hochformat ist ein Spiegel ideal. Nicht ideal ist sein Gewicht, seine Unhandlichkeit. Sechs zierliche Spiegel hängen über meinem Kopf an der Wand. Aus dem ersten grüßt Marie Antoinette von der Fensterbank.

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5 Gedanken zu „Bilderrahmen

  1. na ja, zum profilierten Silberrahmen mit `röhrender Hirsch` Gemälde gehört ja auch eine Wohnungsausstattung Marke Gelsenkirchener Barock…. kannst Du ja zum Glück nicht Dein Eigen nennen.

  2. Dank der Restauratoren von RSP erfreue ich mich jeden Tag eines schicken Sideboards von Behr. Poliert, vom Showpraktikanten, auch. Es steht noch schief auf schönem Riemenboden, summt die Libelle der Wasserwaage. Darüber hängt bald der 56-jährige Spiegel, zweckentfremdet als Bilderrahmen für den Butterkutterbauplan.

  3. Kaufte vor Jahren einen dicken Pinsel um Staub aus dem Computergehäuse zu wischen. Heute liegt er im Englischen Auszug, der noch vermessen werden muss. Der Pinsel staubt heute die Wiedersehensgeschenke ab. Selten, aber nur. Denn jeden Abend schließt das kleine Heim die schönen grünen Augenlieder. Öffnet sie morgens. Dann weht den Staub der Seeduft fort. Netter Duft.

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