Angeberbildschirm

Bin zum Glück nicht eine Stunde früher aufgestanden. Länger liegen, im blauen Bett, huschen über unsymmetrisch verlegte Fliesen, warme Riemenböden. Heizung aus bei knapp zweistelligen Temperaturen. Übergangsmantel genügt für die Reise ans Mittelmeer. Wo Wellen unwirsch schlugen, schäumendes Wasser Füße umkräuselte auf dem Lieblingsfoto. Zeit fürs Foto vom Angeberbildschirm war, erinnerte die Abflugzeit beim Blick auf den Zugfahrplan nebendran. Eine Stunde zu spät. 58 Minuten von Stadelhofen bis Gate B06. Vergas den Stempel auf der Sechsfahrtenkarte. Blickte auf vom Buch an der Hartbrücke, eilte treppab zum Entwerter. An der Tür erlosch grünes Licht, blinkte, wie ein Zwinkern des Zugführers. 39 Minuten vom Flughafenbahnhof bis Gate B06, Check-in in Reihe zwei schon geschlossen. Frauen! Wetterte die Schalterdame, während sie den Hörer auf die Gabel warf. Check-in wieder offen, 30 Minute bis Gate B06. Dort noch eine Viertelstunde, kaufte Schokoladenzigarren, zart schmelzende. Paffen mit den nichtrauchenden Reaktorkollegen im rauchfreien Spanien. Beim Gratiskaffee fahren Gedanken Fahrstuhl. In den Keller des Atriums, zum Rauchen mit dem Cappuccinorührer. Gratiskaffee zum Entschädigungsfrühstück. Beginne, 60 Minuten nach Abflugzeit abermals am Gate B06 sitzend, zu schreiben: „Bin zum Glück nicht eine Stunde früher aufgestanden.“

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Ein Gedanke zu „Angeberbildschirm

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