Fishfinder

Ganz blöd sind Fische ja auch nicht. Denke beim Passieren von Angelgeschäftschaufenstern immer an die Schröder-Brüder vom Rehwinkel. Sie hatten ein schönes großes gelbes Haus dort, ein Aquarium und hinter dem Wall einen Teich. Mit Fischen drin, freilich. Bekamen vor vielleicht 30 Jahren zwei Angeln geschenkt. Die mussten sofort ausprobiert werden, selbstredend. Sie verloren indes rasch den Reiz des Neuen, weil sie nicht zum Fische fangen taugten. Schröders nicht zum Angeln, vermutlich eher. Zu ungeduldig und zu laut. Kein Fisch ging ihnen an den Haken, dabei sollte sogar ein Hecht in dem Teich schwimmen. Gruseliger Hecht, mit großem Maul, beißt kleine Kinderfinger ab. Er biss nicht, die anderen Fische auch nicht.

Auf den Anlegestegen der Züriseeschiffe stehen Kinder mit ihren Ruten. Denke wieder an die Schröder-Brüder und ihre vergeblichen Angelversuche. Was den Zürcher Kindern fehlt ist der Fischfinder.

Garmin Fishfinder 160CVom Hersteller von Navigationsgeräten. Ausgestellt im Angelgeschäftschaufenstern im Oberdorf. Schlendere jeden Abend dran vorbei, denke: So ein Betrug. Mit Echolot spüren Angler heute Fische auf. Wo bleibt da der Ehrgeiz, die Kunst des Angelns? Die Ruhe, das sich in Geduld lernen. Verwöhnte Kinder wünschen sich zu Weihnachten nicht mehr eine lange Rute, eine tolle Rolle oder schöne Posen. Fishfinder und Kescher genügen. Denke doch lieber an die Schröder-Brüder im schönen gelben Haus, mit Teich hinterm Wall. Auch wenn kein Fisch biss.

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