Telefonkabel

Das ist typisch Deutsch, spottet der Verkäufer vom PC Hai. Wenn ich in ein neues Land komme, kaufe ich sofort ein neues Telefon. Auch, vermutlich. Deutsche gelten ihm offenbar als sparsam. Sein Tipp: Pusterla im Zürcher Rotlichtviertel kennt sich aus. Und hat das Kabel. Herr Pusterla kannte sich aus, hatte aber kein Kabel. Fertig jedenfalls nicht. Aber ein Blatt Papier, einen Bleistift, für die Steckerbelegungsskizze. Und eine Zange, einen neuen Stecker. Das müsste gehen, meinte er. 2,60 Franken für den Stecker. Einen Dank bekam er auch. Nett, Herr Pusterla. Funktioniert, das deutsche Telefon am Schweizer Kabelmodem.

Sogar der Stromstecker passt in Schweizer Steckdosen. Auf vielmehr. Drei Löcher in der Dose. Wir Deutschen brauchen immer eine Extrawurst, höre ich auf Schweizerdeutsch. Kein Schuko-Stecker passt in die Typ-J-Dosen. Die gibt’s immerhin auch in Lichtenstein und Ruanda. Die mit dem Schalter-Schaltzeichen markierte schaltet der Schalter. An der Tür. Die Dose an der Tür schaltet kein Schalter. Die hat aber auch kein Schalter-Schaltzeichen. Das verstehen ja sogar die Hutu und die Tutsi. Vermutlich. Nur die Deutschen nicht. Aber die importieren ja selbst ihr Telefon in die Schweiz. Und brauchen dann Telefonkabel.

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Ein Gedanke zu „Telefonkabel

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